Wer trotz richtiger Adresse schon mal vor der falschen Tür stand, wird what3words lieben. Das revolutionäre Karten-System teilt die Welt in ein Raster aus drei Meter großen Quadraten. Jedes hat einen eigenen Namen – bestehend aus nur drei Wörtern.

Als what3words-Chef und -Mitgründer Chris Sheldrick noch in der Musikindustrie arbeitete, bemerkte er ein ernstes Problem. „Irgendwie gehen alle ständig verloren“, stellte er 2017 vor den Zuschauern der TEDGlobal Tanzania fest. Laut Sheldricks Erfahrungen tauchten Tontechniker bei den falschen Events auf und seine Kollegen hingen Stunden am Telefon, um sicherzustellen, dass jeder den richtigen Eingang findet. Auf der Suche nach einer Karten-Lösung für sein ganz aktuelles Problem, kam Sheldrick auf eine revolutionäre Idee. Eine, von der die ganze Welt profitieren könnte.

Porträt von Chris Sheldrick, CEO von what3words
what3words-Chef und -Mitgründer Chris Sheldrick.
Foto: what3words

Das Problem ungenauer Adressierung ist im Normalfall frustrierend und im schlimmsten Fall gefährlich. Nicht nur irritieren gleiche oder ungenaue Adressen die Nutzer, ganze Teile der Welt kommen in konventionellen Adresssystemen erst gar nicht vor. Und obwohl Koordinaten meist akkurat sind, sind die langen Nummernsequenzen wenig nutzerfreundlich. Mit der Hilfe eines befreundeten Mathematikers probierte Sheldrick etwas Neues.

Ein globales Raster aus Quadraten

„Wir haben die Welt in drei Meter große Quadrate eingeteilt“, erklärt Sheldrick. „Das macht 57 Trillionen Quadrate insgesamt. Und wir stellten fest, dass es genügend Drei-Wort-Kombinationen gibt, um jedem drei Meter großen Quadrat einen eigenen Namen zu geben.“

Das Ergebnis ist what3words: ein System präziser Adressen mit Namen wie „yappy.pound.gloves“ (der Haupteingang des Weißen Hauses in Washington D.C.) oder „feelers.spoils.blaze“ (Berlins berühmter Fernsehturm).

Eine kryptische Adresse geschrieben auf einer Hauswand
Das Zeitalter unspezifischer Adressen ist vorbei.
Foto: Birgitte Refsing Nissen

Das System macht auch bislang nicht kartierte Areale präzise sichtbar und versieht sie mit Namen, die leicht zu merken sind. Auge in Auge mit der Sphinx in der ägyptischen Wüste? „ruler.bags.sweetener“. „In diesen nicht adressierten Orten steckt enormes wirtschaftliches Potential“, ist sich Sheldrick sicher.

drei Wörter beschreiben die genaue Adresse einer Bootsanlegestelle
Nie wieder im Hafen von Alsund aufs falsche Boot.
Foto: what3words

Unter anderem arbeiten bereits die Vereinten Nationen (UN) und Mercedes-Benz mit what3words und bestätigen, dass das System akkurater ist, als konventionelle Adressen. Bewohner nicht kartierter oder schwer zu kartierender Gegenden, können nun einfacher Post bekommen – und verbessern so ihre Teilhabe an sozialer und ökonomischer Mobilität. Humanitäre Helfer können Bedürftige besser erreichen. Bei Firmen, deren Adressen schwer zu finden sind, lassen sich Laufwege verkürzen. Und Tontechniker sind nie wieder zu spät beim Konzert.

Das Kartensystem gibt es in 13 Sprachen, darunter Deutsch, Französisch, Spanisch und Italienisch. Hier gibt es weitere Informationen zum System und der App.

Preis: kostenlos
System: erhältlich für iOS 9.0 und Android 4.0
Größe: 90.6 MB