Das neue Bewusstsein für gesunde Ernährung verändert auch Restaurants, Foodtrucks und Imbissstände. Hier kommen die innovativsten Küchen von L.A. bis Amsterdam.

Die Bewegung für gesunde und nachhaltige Ernährung nimmt Fahrt auf: Vegetarisches Essen, Superfoods und regionale Produkte liegen im Trend. Kein Wunder, dass Restaurants, Supermärkte und sogar die Fastfood-Branche diesen neuen Ernährungsgewohnheiten Rechnung tragen.

Auch diese fünf innovativen Projekte könnten die Art und Weise verändern, wie wir uns zukünftig in der Stadt ernähren. Denn bei allen gilt: Die Ideen hinter ihnen sind genauso heiß, wie die Speisen auf den Tellern.

Everytable (Los Angeles, USA)

Die Restaurantkette Everytable in Los Angeles hat sich auf die Fahne geschrieben, gesundes Essen zu einem bezahlbaren Preis anzubieten. Die Preise für Speisen und Getränke werden der Umgebung des Restaurants angepasst – so sorgt Everytable dafür, dass die Anwohner sich nicht von den üblicherweise astronomischen Preisen für einen grünen Smoothie oder einen Quinoa-Salat abschrecken lassen.

Ihre erste Station hat die Firma in South Los Angeles aufgemacht, wo viele Leute kein Auto besitzen und nicht mal eben zum Einkaufen in den Supermarkt fahren können. Außerdem greifen die Bewohner der Gegend, die sich oft mit mehreren Jobs über Wasser halten, schneller zu billigem Junkfood, weil es keine Alternative gibt.

Everytable will gesundes, bezahlbares Essen für alle anbieten. Da alle Mahlzeiten in einer zentralen Küche im Stadtteil Redondo Beach gekocht werden, brauchen die einzelnen Standorte nur wenig Raum und Mitarbeiter.

Everytable-Restaurant
Gesundes und bezahlbares Essen für alle gibt’s bei Everytable.
Foto: Rudy Espinoza
Eine Mahlzeit bei dem innovativen Food-Start-up Everytable
Foto: Jason Clark
Abgepackte gesunde Mahlzeiten bei Everytable
Foto: Gina Cella
Lunchboxen von Everytable
Foto: Gina Cella

Amy’s Drive Thru (Kalifornien, USA)

Drive-Through-Restaurants sind seit den späten 1940ern fest in der amerikanischen Esskultur etabliert. Dieser Fastfood-Anbieter im kalifornischen Rohnert Park kehrt zu den Wurzeln der „American Diner“-Kultur zurück, gibt ihr aber einen gesunden und nachhaltigen Dreh.

Das Team von Amy’s Drive Thru hat es sich zur Aufgabe gemacht, „hart arbeitende Bürger, viel beschäftigte Familien und erschöpfte Autofahrer zu ernähren.“ Das klingt nach perfektem Stoff für ein Roadmovie – aber es steckt mehr dahinter: Die meisten Zutaten, die in der Küche verwendet werden, stammen aus der Region.

Das Dach des Restaurants ist mit kleinen Gewächsen bepflanzt, die auf dem Gebäude ein Habitat schaffen. Alle Grünpflanzen auf dem Grundstück sind dürreresistent und brauchen nur wenig von dem Regenwasser, das in einem Tank neben dem Restaurant gesammelt wird.

Mit seinen biologisch angebauten, rein vegetarischen Speisen ist Amy’s Drive Thru ein Pionier einer neuen Fastfood-Kultur, die wir gerne auch an anderen Orten sehen würden.

Instock (Amsterdam, Niederlande)

Indem es Lebensmittelabfälle auf die Speisekarte setzt, macht das Restaurant Instock in Amsterdam darauf aufmerksam, dass jedes Jahr weltweit 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel weggeschmissen werden. Die köstlichen Gerichte von Instock werden fast ausschließlich aus nicht verkauften oder überschüssigen Produkten von örtlichen Supermärkten und anderen Herstellern zubereitet.

Die Mission des Restaurants: auf die Lebensmittelverschwendung hinzuweisen und zu zeigen, dass es dabei nicht nur ums Geld geht, sondern auch um die verschwendete Energie, die in Verpackung und Logistik gesteckt wurde.

Neben drei festen Locations betreibt Instock auch eine mobile Küche. Aus einem umgebauten Mercedes-Benz 409 Feuerwehrbus heraus wird nachhaltiges Streetfood im ganzen Land angeboten.

Instock will, dass die Leute den Wert von Lebensmitteln wieder sehen und schätzen – indem es regelmäßige Koch-Workshops und Informationsveranstaltungen in seinen Standorten in Amsterdam, Utrecht und Den Haag durchführt. Hoffentlich fühlen sich bald mehr Menschen animiert, etwas gegen Lebensmittelverschwendung zu tun.

blauer Food Truck von Instock
Instocks mobile Küche gegen Lebensmittelverschwendung.
Foto: Lynn Meijer
Instock-Menü
Foto: Ruben de Ruitjer
Café von Instock
Foto: Arnoud Clijncke
Innenraum des Instock-Cafés
Foto: Arnoud Clijncke
Team von Instock serviert eine Mahlzeit
Foto: Lynn Meijer
Team von Instock im Food Truck
Foto: Lynn Meijer

Green Truck (Kalifornien, USA)

Der Name sagt es schon: Diese mobile Küche aus Kalifornien verwendet frische Bio-Zutaten, die direkt vom Bauern kommen. „Bezahl den Bauern jetzt oder bezahl den Arzt später“, ist das Motto dieser Bio-Food-Trucker.

Und es wird nichts verschwendet im Ökosystem des Green Truck: Die Küche wird mit Solarzellen auf dem Dach betrieben, das Pflanzenöl, das zum Braten verwendet wurde, treibt am nächsten Tag den Truck an – man könnte sagen, dieser Truck fährt veggie!

Außerdem ist die Verpackung entweder wiederverwendbar oder kompostierbar. Einmal kompostiert, wird das Material für weiteren Anbau auf dem Bauernhof verwendet. Das Team hinter dem Green Truck hat eine kleine Kreislaufwirtschaft aufgebaut. Die leckeren Mittagstische bieten sie an verschiedenen Orten in ganz Kalifornien an.

Avocado-Salat beim Green Truck
Frisch und bio direkt vom Bauern.
Foto: Green Truck
Wagen von Green Truck
Der Green Truck: angetrieben durch Solarenergie und Pflanzenöl.
Foto: Green Truck
Menschen essen zusammen eine Mahlzeit von Green Truck
Foto: Green Truck

Der Hotdog-Stand des Guggenheim (Bilbao, Spanien)

Mit Spitzen-Design und Spitzen-Streetfood ist der mobile Hotdog-Stand vor dem Guggenheim-Museum in Bilbao eine Innovation, die hungrigen Kunstliebhabern einen köstlichen Hotdog und ein kaltes Craftbeer anbietet.

Das „Salchibotxo“ – eine Kombination aus dem Wort für Wurst und dem Spitznamen für die Stadt Bilbao – beeindruckt mit schlankem, funktionellem Design und kann bis zu 150 Flaschen Bier plus 500 Würste aus einer in Bilbao ansässigen Metzgerei transportieren.

Aber das ist noch nicht alles: Die Designer, die die fahrbare Bar entworfen haben, haben sie mit einem Soundsystem ausgestattet und darauf geachtet, dass die Bar an Straßenlaternen angeschlossen werden kann. So lässt sich der köstliche Designer-Hotdog praktisch überall in der Stadt verkaufen.

Mann zieht einen Hot-Dog-Wagen in Bilbao
Erst Kunst, dann Hotdog – oder andersrum?
Foto: Arquimaña