Urbanisierung ist einer der weltweiten Mega-Trends. Der Ideenwettbewerb smart urban pioneers suchte Ideen für ein noch besseres Leben in der Stadt. Hier sind drei kluge Projekte, die unser Gemeinschaftsgefühl stärken.

Die Stadt von morgen braucht frischen Wind, um auch in Zukunft für ihre Bewohner attraktiv und lebenswert zu bleiben. Der Ideenwettbewerb smart urban pioneers suchte die besten Ideen für ein smartes Leben in der Stadt. Der Clou dabei: Die weltweite Online-Community bestimmte die Finalisten im Wettbewerb um die 50.000 Euro Preisgeld per Abstimmung. 39 Vordenker, Entrepreneure und Stadtvisionäre haben ihre Projekte dafür eingereicht. Aber nicht nur die Ideen der Finalisten sollen im Mittelpunkt stehen. Die folgenden drei Einreichungen aus Berlin, Stuttgart und Wien sind eine nähere Vorstellung wert. Die innovativen Ansätze vernetzen Stadtbewohner digital miteinander, bereichern das öffentliche Leben mit neuen Impulsen oder etablieren eine integrative Kaffeehaus-Kultur für Gehörlose.

Die Stadt gewinnt

Jetzt und hier übernehmen die smart urban pioneers Verantwortung für die Stadt von morgen. Für den Wettbewerb hatten sich insgesamt 39 Projekte angemeldet.

Street art auf dem Street Love Festival
Mit Street.Love und Urban Art für mehr Lebensfreude in den Straßen.
Foto: Frederik Dulay-Winkler / Kunst: Scotty 76

Wahre Liebe lebt in den Straßen: Street.Love

Die Idee hinter Street.Love ist einfach: Lebensfreude wird zurück auf die Straße geholt. Street.Love ist eine Eventreihe, Community, Plattform und die neue Spielwiese für alle, die ihr Leben voll auskosten möchten. Street.Love vernetzt Stadtmenschen bei gemeinsamen Aktivitäten: Fußball im Park, ein spontanes Konzert auf dem Marienplatz, Schlemmen am Food Truck. Spaß haben, Neues entdecken, Perspektiven wechseln – die Stadt muss nicht teuer sein. Höchste Zeit für Street.Love. Pascal Klein, Konstantin Ebert und Pat Blessing sind die Macher von Street.Love. 20.000 Besucher begeisterten sich letztes Jahr für den ersten Stuttgarter Street Food Markt. Am Pfingstwochenende 2016 fand dann der erweiterte „Street Love Market“ am Inneren Nordbahnhof der Schwabenmetropole statt. 30.000 Besucher erlebten dort nicht nur Good Food sondern auch Mode, Musik, Kunst, Sport und ein mitreißendes Kinderprogramm.

tanzendes Kind auf dem Street Love Festival
Eventreihe, Community, Plattform und urbane Spielwiese: 30.000 Menschen besuchten den ersten Street Love Market.
Foto: Frederik Dulay-Winkler
Rotes Auto
Foto: Frederik Dulay-Winkler
Verkaufsstand auf dem Street Love Festival
Foto: Frederik Dulay-Winkler
Verkäufer auf dem street love Festival
Foto: Frederik Dulay-Winkler
Rapper auf dem Street Love Festival
Foto: Frederik Dulay-Winkler
Junge Besucher
Foto: Frederik Dulay-Winkler
Verkaufsstand
Foto: Frederik Dulay-Winkler
Menschen auf dem Street Love Festival
Foto: Frederik Dulay-Winkler
Karte vom Festival
Foto: Frederik Dulay-Winkler

Wie Anwohner mit Smartphone und Kiez-Karte das Viertel mitgestalten

Du magst deinen Kiez – aber irgendwas fehlt immer: Zebrastreifen, eine Ampel, Mülleimer, ein Spielplatz… Wer seinen Kiez verbessern möchte, braucht Initiative und Geduld – oder die Kiez-Karte, die als digitales Sprachrohr konzipiert ist und Menschen die Möglichkeit gibt, per Knopfdruck ihren eigenen Kiez mitzugestalten. Thomas Tursics ist der kluge Kopf hinter der Kiez-Karte. Die App, ähnlich aufgebaut wie Google Maps und gefüttert mit Daten des Bürgerhaushalts im Berliner Bezirk Lichtenberg, gibt nicht nur einen Überblick interessanter Spots in der Umgebung, sondern lässt den User Verbesserungsvorschläge und Ideen direkt abgeben und beteiligt ihn so an der Mitgestaltung des Lebensraums Stadt. Ein Konzept mit Perspektive: Nach Lichtenberg hat die Kiez-Karte das Potenzial, weitere Kieze und Städte zu erobern. Fest steht: Es liegt an den Bewohnern, ihren Stadtteil mitzugestalten.

Kiez Karte
Per App direkten Einfluss auf den eigenen Kiez nehmen – mit der Kiez-Karte.
Foto: Kiez-Karte

Barrierefreiheit beginnt beim Milchkaffee

„Kaffee ohne Worte“ ist eine Wiener Initiative rund um Maximilian Huber, die Gehörlose bei ihrer Bestellung im Kaffeehaus unterstützt. Das Projekt fördert die Integration und den kulturellen Austausch mit einem Starter-Kit und der Schulung von Barista und Kaffeehausmitarbeitern. „Kaffee ohne Worte“ bietet Kaffeehausbetreibern in Wien die Möglichkeit, am Beispiel des Themas Kaffee einen ersten Zugang zur Gebärdensprache zu finden. Im Starter-Kit enthalten sind Broschüren, Postkarten, Aufsteller und Poster mit den wichtigsten Gebärden. In einem Workshop werden diese den Mitarbeitern zusätzlich aktiv vermittelt – und andere Gäste können natürlich auch einige erste Begriffe erlernen. Mit „Kaffee ohne Worte“ soll eine Community aufgebaut werden, die sich nach Außen mit speziellen Aufklebern als Teil einer sozialen Vernetzung ohne Handicaps auszeichnet. Eine Einladung für Integration und Gastfreundlichkeit – ganz ohne viele Worte.