Wie wohlhabend eine Gesellschaft ist, sieht man daran, was sie wegwirft. Und das gilt ganz besonders für Nahrungsmittel.

Ob es der Salat ist, den du fast nicht angerührt hast, oder der Seeteufel, den du dann doch nicht gegessen hast – in der westlichen Welt sind wir Meister darin, unseren tatsächlichen Bedarf an Lebensmitteln zu überschätzen.

Und die Restaurants sind da nicht besser.

Wer Arbeitserfahrung im Catering hat, weiß, wie oft gute Nahrungsmittel weggeworfen werden. Es mag an Menü-Änderungen oder örtlichen Gesetzen liegen, aber viel Essbares landet vorzeitig in der Tonne.

Hier kommt Too Good To Go ins Spiel.

Einfach ausgedrückt verbindet diese neue App Restaurants mit Kunden, die gerne frische Lebensmittel kaufen, die ansonsten nach Feierabend weggeschmissen würden.

2015 von einer Gruppe von Freunden in Dänemark entwickelt, wird die App nun in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Norwegen, den USA und Großbritannien betrieben.

Überschüssiges Essen bei einem Restaurant
Was gibt es heute? Restaurants haben oft viel Essen übrig.

Rette eine Speise – spare Geld

Too Good To Go ist leicht zu handhaben: Nachdem man einen Account anlegt, erhält man eine Quittung aufs Handy und kann das Essen dann im Restaurant abholen.

Und bei einem Höchstpreis von rund 4,20 Euro ist der Service ideal für Menschen, denen es nichts ausmacht, spät zu essen, oder die sich normale Restaurantpreise nicht leisten können (zum Beispiel Studenten).

„Wir versuchen, auf das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung aufmerksam zu machen und Speisen wieder aufzuwerten: Sie sollten gegessen und nicht weggeworfen werden“, erklärt Too Good To Go-Mitbegründer Chris Wilson. „Dazu arbeiten wir mit Restaurants, Cafés und Bäckereien zusammen, die ihr nicht verkauftes Essen – absolut einwandfreie Lebensmittel, die sonst im Müll landen würden – zum Geschäftsschluss über unsere mobile App zu einem reduzierten Preis zum Abholen anbieten.

 

 

Sushi-Box und Logo von Too Good to Go
Too Good To Go: eine günstige Alternative zum Pizzaservice.

Es könnte jedoch einen Stolperstein geben: Restaurants wie die britische Sandwich-Kette Pret A Manger geben ihr überflüssiges Essen bereits an Hilfseinrichtungen für Obdachlose.

Und auch wenn Too Good To Go eine gute Idee zu sein scheint – könnte es nicht dazu führen, dass weniger gespendet wird?

Das glaubt Chris Wilson nicht: „Nein, tatsächlich kooperieren wir mit vielen Betrieben, die schon mit sozialen Einrichtungen zusammenarbeiten. Wir bieten einfach eine Alternative an – ein Sicherheitsnetz für den Fall, dass ein Verein übrig gebliebenes Essen nicht abholen kann oder die Restaurants sich so überbevorratet haben, dass ein Verein gar nicht alles annehmen könnte.“

Und während Too Good To Go expandiert, ist das Ziel, so paradox es klingt, sich selbst die Geschäftsgrundlage zu entziehen.

„Lebensmittelverschwendung ist eine globale Epidemie“, stellt Wilson fest. „Wenn wir ein Bewusstsein dafür schaffen können, haben wir schon viel erreicht. Unser ultimatives Ziel ist, Too Good To Go zu einer Abfallvermeidungs-Plattform zu machen, mit deren Hilfe Restaurants ihre Lieferungen besser kontrollieren und Lebensmittelverschwendung von vorneherein ausschließen können – und Too Good To Go schließlich überflüssig machen.“

Das ist mal ein ethischer Geschäftsplan.

Erfahre mehr über Too Good To Go auf der Website oder folge dem Projekt auf Twitter und Facebook.

Länder: Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Dänemark, Norwegen, USA, Großbritannien
Preis: kostenlos
System: iOS 7.0 oder höher, Android 4.0.3 oder höher
Größe: iOS 53.2 MB, Android 29 MB