Acht Monate, über 40 Ideen, ein Ziel. Mit smart urban pioneers startete 2015 ein urbaner Ideenwettbewerb. Start-ups und kreative Projekte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz reichten Ideen zur Verbesserung des Lebens in der Stadt ein. Mit der Unterstützung aus dem Wettbewerb haben die drei Gewinner jetzt Großes vor.

Die zentrale Frage: Wie kann man das Leben in der Stadt noch lebenswerter gestalten? Mit den Projekten Cabin Spacey, Urban Affairs und myLike haben die Finalisten von smart urban pioneers die drei Phasen des Wettbewerbs erfolgreich durchlaufen. Aus über 40 Einsendungen von kreativen und nachhaltigen Ideen haben diese Projekte überzeugen können.

Trophäen für smart urban pioneers in rot, gelb und blau
Hingucker: die Trophäen für die drei Gewinner.

Eine namhafte Jury

Neben Schirmherr Christian Vollmann, Mitgründer der Nachbarschaftsplattform Nebenan.de, brachte eine vielfältig besetzte Jury ihre Expertise ein. Architektin Ana Sampaio Barros und Gründerszene-Chefredakteur Frank Schmiechen waren ebenso vertreten wie Dr. Joana Breidenbach, Mitgründerin der Plattform betterplace.org, Prof. Dr. Marianne Reeb aus der Zukunftsforschung von Daimler und Social Entrepreneur Renat Heuberger.

Frank Schmiechen bei smart urban pioneers
Frank Schmiechen, Chefredakteur von Gründerszene, tauscht sich mit Simon Becker von Cabin Spacey aus.

Nach Evaluierung aller Einreichungen schickten die Jury-Mitglieder zehn Bewerber in eine Voting-Phase. Auf smart magazine konnten Leserinnen und Leser ihre Stimme abgeben. Die drei Finalisten hatten in einer letzten Etappe die Möglichkeit, auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo – zusätzlich zum Preisgeld von smart –­ zusätzliche Unterstützung der Community zu sammeln. Alle drei Projekte übertrafen ihr jeweiliges Funding-Ziel. Die endgültige Platzierung ergab sich aus der Performance der drei Teams in allen Wettbewerbsphasen.

Siegerehrung smart urban pioneers
Jochen Küpper von Urban Affairs nimmt den Preis für den dritten Platz entgegen.

Der dritte Preis, zusammen mit 10.000 Euro, geht an das Team von Urban Affairs aus Berlin. „Wir gehen jetzt noch einmal richtig in die Planung des Festivals hinein“, freut sich Jochen Küpper, Kurator und Mitbegründer des urbanen Festivalkonzepts. „Wir wollen mit Urban Affairs nicht nur Kunst zeigen, sondern richtige Veränderung in die Stadt bringen. Es geht uns darum, etwas zu hinterlassen.“ Zusammen mit Anwohnern, Wissenschaftlern und Experten widmen sich Jochen Küpper und seine Mitstreiter Luisa Trautmann, Clara Stein und Robert Hummel ungenutzten Gebäuden und urbanen Brachen, konstruktiv und mit frischen Ideen.

Gründer von Urban Affairs Jochen Küpper
„Es geht uns darum, etwas zu hinterlassen.“

Rückenwind im richtigen Moment

„Wir haben gemerkt, dass Urban Affairs nicht nur ein Festival ist, sondern sich langfristig zur Plattform für urbanes Umdenken wandelt“, fährt Jochen Küpper fort. „Daher machen wir auch jetzt schon stadtweite Aktionen. Zum Beispiel haben wir gerade in Zusammenarbeit mit einer Künstlerin Schaukästen in U-Bahnhöfen übernommen – Kunst, wo man sie nicht erwartet. Dieses Aufbrechen des urbanen Alltags ist unser Ziel mit Urban Affairs.“ Im Spätherbst wird das Festivalkonzept nach dem Motto „drei Tage, drei Orte, drei Themen“ dann umgesetzt werden.

Gründer von Cabin Spacey mit ihrer Trophäe
Cabin Spacey belegt den zweiten Platz.

Über den zweiten Platz und damit 15.000 Euro freuen sich Simon Becker und Andreas Rauch. Die beiden Wahlberliner sind die kreativen Köpfe von Cabin Spacey. Hinter dem witzigen Namen steckt eine anspruchsvolle Vision.

Gründer von Cabin Spacey
„Dächer sind die größte räumliche Ressource in der Stadt.“
Gründer von Cabin Spacey

Die Grundidee von Cabin Spacey ist es, das Dach als freien Raum in der Stadt zu nutzen“, erklärt Simon Becker das Konzept des Start-ups. Cabin Spacey möchte kleine Holzhäuser errichten – auf den Flachdächern der Stadt. Eine kreative Antwort auf steigende Mieten und knappen urbanen Wohnraum.

„Dächer sind die größte räumliche Ressource in der Stadt. Andreas und ich möchten das Konzept Micro-Housing flächendeckend in die Stadt bringen. Der Freiheitsgedanke hinter dieser Art des Wohnens fasziniert viele Menschen. Der Trend geht weg vom Besitz von Gütern, hin zum Zugang zu ihrer Nutzung.“

Christian Vollmann gratuliert den Gründern von Cabin Spacey zum zweiten Platz bei smart urban pioneers
Geballter Gründer-Spirit: Schirmherr Christian Vollmann mit Andreas Rauch und Simon Becker von Cabin Spacey.

Der Wettbewerb smart urban pioneers habe den beiden Architekten im richtigen Moment Rückenwind gegeben, betont Simon Becker. „Die Teilnahme war für uns enorm wichtig, denn uns wurde erneut die Relevanz unserer Idee bewusst. Wir haben die Arbeit ohne jegliches Budget begonnen, für uns ist das Geld daher eine willkommene Unterstützung. Wir wissen, dass der Weg zu dieser Vision lang ist, aber wir wollen ihn gehen.“

Der Preis als Sahnehäubchen

25.000 Euro und der erste Preis von smart urban pioneers gehen an myLike. Uwe Hering, Gründer des Münchner Start-ups, hat gleich doppelten Grund zu feiern. „Wir sind gerade mit der App live gegangen und freuen uns sehr“, teilt Uwe Hering mit. „Dieser tolle Preis ist das Sahnehäubchen!“

myLike ermöglicht es, die eigenen Lieblingsorte markieren und teilen – innerhalb eines vertrauten Freundeskreises. Mit der App möchte das Team von myLike inspirierende Orte in der Stadt erlebbar machen – abseits der breitgetretenen Wege aus den Reiseführern. „Wir können nun intensiv daran arbeiten, die App zu verbessern und neue Funktionen zu entwickeln“, ergänzt Uwe Hering.

Uwe Hering von myLike mit seiner Trophäe bei smart urban pioneers
Uwe Hering und sein Team gehen mit Rückenwind in die nächste Entwicklungsphase der App myLike.
Jochen Küpper und Uwe Hering machen Smartphone-Bilder von ihren smart urban pioneers Trophäen
Erst Instagram, dann Vitrine.

„Eine meiner Lieblingsfunktionen heißt Shake it. Jeder kennt die Situation: Man ist mit Freunden unterwegs und schnell kommt die Diskussion auf: Wo gehen wir hin? Man schüttelt das Handy und die App schlägt einem einen Spot in der Nähe vor.“

Mit myLike ließe sich die Stadt so persönlich erleben, wie mit keiner anderen Anwendung. „Per Geodaten lässt sich jeder beliebige Ort der Welt markieren“, betont Uwe Hering. „Es muss nicht immer nur um den besten Coffeeshop gehen – ich kann zum Beispiel auch meine Lieblingsbank im Park empfehlen.“

alle Sieger von smart urban pioneers: Gründer von Urban Affairs, myLike und Cabin Spacey
Die stolzen Preisträger von smart urban pioneers.

Die drei prämierten Projekte gehen mit neuem Schub in die jeweils nächste Phase. Sie stehen dafür, dass gute Ideen Auftrieb bekommen können und sich das Leben in der Stadt besser gestalten lässt – gemeinsam, mit Spaß und Kreativität. smart magazine wird die Projekte auf ihrem weiteren Weg begleiten. Die Stadt birgt jeden Tag einen Fundus neuer Ideen und Visionen, die es zu entdecken gilt. Man muss nur mit offenen Augen unterwegs sein.