Vor einem Jahr ging der Ideenwettbewerb smart urban pioneers in seine finale Runde. Innovatoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hatten dafür Ideen für ein besseres Stadtleben eingereicht. Als Gewinner wurden myLike, Cabin Spacey und Urban Affairs gekürt – wir haben nachgefragt, wie es unseren Pionieren seither ergangen ist.

In den vergangenen zwei Jahren ging es bei smart nicht nur um die besten Autos für die Stadt, sondern auch um ganz neue Ideen, die das Leben in der Stadt noch lebenswerter machen. Mit dem Wettbewerb smart urban pioneers rief die Marke 2015 auf smart magazine dazu auf, Vorschläge für innovative, kreative oder nachhaltige Verbesserungen zu präsentieren.

Das Echo war enorm: Zahlreiche Vordenker aus dem gesamten deutschsprachigen Raum reichten ihre Projekte ein. Diese bekamen dann in verschiedenen, aufeinanderfolgenden Phasen die Chance, zu überzeugen: Aus allen Einreichungen wählte zunächst eine hochkarätige Fachjury zehn Projekte für die Shortlist aus. In der anschließenden Phase wurden diese Projekte auf smart magazine vorgestellt – die Leser konnten aus diesen ihre drei Favoriten auswählen. Insgesamt wurden über 200.000 Stimmen vergeben.

Die drei Finalisten myLike, Cabin Spacey und Urban Affairs konnten sich schließlich im Sommer 2016 über ein mit Indiegogo realisiertes Crowdfunding in Höhe von rund 50.000 Euro freuen. Zusätzlich stiftete smart insgesamt 50.000 Euro Preisgeld.

Ein Jahr nach der Siegerehrung haben uns myLike-Gründer Uwe Hering, die Cabin Spacey-Macher Simon Becker und Andreas Rauch sowie Urban Affairs-Organisator Jochen Küpper erzählt, was sich nach smart urban pioneers verändert hat.

myLike – urbane Geheimtipps von Freunden

das Team von mylike geht über einen Platz
Uwe Hering und sein Team von myLike.

Wo wären wir ohne Freunde? Ob es um Kleidung, Restaurants oder Reisen geht, keiner Informationsquelle vertrauen wir so sehr wie dem eigenen Bekanntenkreis. Genau darauf baut auch myLike – eine App, mit deren Hilfe Freunde, Bekannte und Influencer ihre lokalen Tipps teilen.

Der Vorteil gegenüber ähnlichen Apps sind die Privatsphäre-Einstellungen: Die Nutzer können selbst wählen, mit wem sie ihre Tipps austauschen.

„Es gibt inzwischen zu viel Information”, erklärt myLike-Gründer Uwe Hering. „Deswegen enthält myLike nur Tipps von Leuten, denen unsere Nutzer vertrauen. So können sie eine fremde oder auch mal ihre eigene Stadt ganz neu entdecken.”

mylike-Gründer Uwe Hering spricht mit seinem Team
Das Münchner Start-up setzt auf Empfehlungen von Freunden.
die mylike-App auf einem Smartphone
eine Frau sucht nach Empfehlungen über die mylike-App

Seit myLike im Rahmen von smart urban pioneers ausgezeichnet wurde, hat sich viel getan. Das Ziel von 20.000 US-Dollar wurde in der Crowdfunding-Phase schnell erreicht; schon 15.000 Nutzer haben sich bis heute die App heruntergeladen.

„Der Preis hat uns allgemeine Aufmerksamkeit gebracht – sowohl in der Start-up-Szene als auch darüber hinaus. Es kamen einige neue Kontakte zustande, vor allem auch mit der Presse. Auch gegenüber Partnern hat der Award uns nochmals eine Art Qualitätssiegel verliehen“, resümiert Hering.

Cabin Spacey – Startschuss für Mikrohaus-Prototyp

Gründer von Cabin Spacey gehen über die Straße an einem smart vorbei
Zwei Architekten, eine Vision: Cabin Spacey.

Schon seit einiger Zeit liegen sogenannte Microhomes im Trend. Auch die Mikrohaus-Architekten von Cabin Spacey wollen ungenutzte urbane Flächen – wie zum Beispiel Hausdächer – mit cool designten, komfortablen Wohnkapseln nutzen.

Für Simon Becker und Andreas Rauch geht es aber um noch mehr, nämlich um einen neuen urbanen Lebensstil, der auch verschiedenste Serviceangebote beinhalten soll, die der Großstadtmensch braucht: vom Video- und Musikstreaming bis hin zum Mobilitätspaket.

„Das Produkt Mikrohaus ist deshalb nur eine der Komponenten unserer Geschäftsidee”, so Becker. „Wir wollen insgesamt einen dynamischen, flexiblen und unabhängigen Lifestyle vorantreiben. Die Grenze zwischen Wohnen und Reisen verschwimmt und in diesen Leerraum wollen wir hinein.”

Während des letzten Jahres hat das Start-up noch an ihrem Kernprodukt getüftelt, einem Prototyp ihres Minihauses, und ein Herstellernetzwerk aufgebaut. Dazu wurde jede Menge PR und Marketing gemacht. Auch in der über smart urban pioneers initiierten Crowdfunding-Kampagne erreichte Cabin Spacey problemlos die angepeilte Marke von 30.000 US-Dollar.

„Für uns war der smart urban pioneers Award ungeheuer wertvoll”, betont Becker. „Er hat uns eine enorme Medienpräsenz gebracht und ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit verliehen. Das war sehr wichtig, denn wenn smart einen Preis stiftet, zeigt das Vertrauen und Ernsthaftigkeit. Dass es dazu auch eine finanzielle Unterstützung obendrauf gab, hat uns geholfen, die ersten kleinen Grundsteine zu legen. Vor smart urban pioneers waren wir noch ein Projekt – aber danach wurde daraus ein professionelles Konzept. Es war ein toller Startschuss.”

Läuft alles nach Plan, könnte Cabin Spacey schon bald deutschland- und europaweit expandieren. Wir drücken die Daumen.

Urban Affairs – mit Festivals den Stadtraum beleben

das Team von Urban Affairs posiert vor einem smart, der vor einer Graffiti-Wand steht
Das Team von Urban Affairs.

Durch kleine oder auch größere Veränderungen Brachen und Leerstände in der Stadt mit neuem Leben zu füllen – darum geht es beim Urban Affairs Festival, das schon seit 2008 Berlin mit kreativen Ideen für Veranstaltungen und Installationen versorgt.

Das bei smart urban pioneers drittplatzierte Projekt verbindet das städtische Engagement mit einem künstlerischen Ansatz. „Die Kunst ist der Schlüssel zur Aufmerksamkeit”, sagt Jochen Küpper, einer der Organisatoren des Festivals. „Mit der Veranstaltungsreihe wollen wir Kunst zeigen, Wissen vermitteln und die urbane Gemeinschaft aktivieren. Die Teilnahme an smart urban pioneers hat uns vor allem bei der äußeren Wahrnehmung geholfen.“

Gründer des Festivals Urban Affairs in Berlin
Jochen Küpper will das urbane Festival auf die nächste Stufe heben.
Drittplatzierte von smart urban pioneers sitzen auf einer Treppe
Team von Urban Affairs posiert in Berlin
Urban-Affairs-Teammitglieder machen Fotos mit dem Handy

Bereits in der Vergangenheit belebte Urban Affairs das geschlossene Berliner Stadtbad Wedding und wandelte es zu einem permanenten Ausstellungs- und Veranstaltungsort um. „Darüber hinaus halten wir regelmäßig viele kleinere Kunstaktionen und Workshops ab, wie zum Beispiel Brave New City“, fährt Küpper fort. „Ein großer Erfolg ist auch der Runde Tisch Urban Art, der vor Kurzem vom Berliner Senat ins Leben gerufen wurde. Dort treffen sich regelmäßig Akteure aus der Berliner Urban-Art-Szene.”

Für die aktuell geplante Ausgabe – die Workshop Edition – sollen an verschiedenen Orten in Berlin Workshops, Performances, Lesungen und Diskussionen zu den Themen Space, City und People stattfinden. Derzeit verhandeln Küpper und sein Team mit den Eigentümern eines größeren Berliner Areals, auf dem das Festival dann eröffnen soll.