Den Schalttag am 29. Februar könnte man wie jeden anderen Tag nutzen. Oder mal was anderes machen: Die kolumbianische Denkfabrik Despacio empfiehlt, diesen Tag langsamer und bewusster zu gestalten.

Was wäre eigentlich, wenn wirklich mal der Weg das Ziel wäre? Die „Slow Living“-Philosophie will den Fokus unserer Gesellschaft weg von Schnelligkeit hin zu mehr Zufriedenheit lenken. Weniger Hetze und Individualität, mehr Ruhe und Gemeinschaftlichkeit sollen unseren Alltag prägen. Diese bewusstere Art zu leben soll unserer Gesundheit, unseren Beziehungen, unserer Arbeit, der Gemeinschaft und der Umwelt zu Gute kommen.

Um „Slow Living“ aus der Esoterik-Ecke zu holen, bringt der gemeinnützige Think Tank Despacio nun einen Appell auf die globale Bühne: Der 29. Februar wird zum weltweiten #DespacioDay ausgerufen. Und soll zum Tag für mehr Achtsamkeit und Nachhaltigkeit werden.

#DespacioDay – der andere Tag

Für die meisten von uns könnte dies bedeuten, den Tag anders als andere Tage zu verbringen. Die Vorschläge von #DespacioDay: Am besten mit kleinen Veränderungen beginnen, die Spaß machen. Wie z.B. mobile Geräte durch ein Buch auszutauschen, zu Hause zu kochen, anstatt auswärts zu essen, oder Listen mit Dingen zu schreiben, für die man dankbar ist – statt der nächsten lästigen To-do-Liste.

Wer ein bisschen größer denken will, dem bietet Despacio auch Ideen für Stadtentwicklungsprojekte und Klimaschutzinitiativen. Denn das aus Bogotá stammende Team erforscht an allen anderen Werktagen im Jahr lokale und globale urbane Systeme, mit dem Ziel, diese zu verbessern.

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Am besten beginnt man mit kleinen Veränderungen, die Spaß machen.
Foto: Lars Borges

So hat es bereits, um die Fahrgäste aufzumuntern, einen Flashmob in einem Linienbus organisiert, Publikationen zur Beziehung zwischen Motorrädern und urbaner Mobilität veröffentlicht, Seminare zu fahrradfreundlichen Städten organisiert und Klimaschutzstrategien für Kommunen entwickelt.

Dabei denkt Despacio stets urban und fortschrittlich – es geht der Gruppe weniger um „die Rückkehr zu einer vorindustriellen Lebensweise“, sondern darum, Lösungen aufzuzeigen, die „Technologie und Schnelligkeit, zur richtigen Zeit und am richtigen Ort“ beinhalten.

Kleine Veränderungen, großer Effekt

Wir finden: Auch wenn ein einziger Tag im seltenen Schaltjahr unbedeutend erscheint, ist #DespacioDay doch eine gute Gelegenheit, um seine eigene Lebensweise zu hinterfragen. Und dazu beizutragen, unsere Welt Schritt für Schritt zu verändern.

Denn wenn viele ihre eigene kleine Veränderung unternehmen, macht das Ergebnis einen großen Unterschied.

Wenn ihr mitmachen wollt, nehmt an der #DespacioDay-Umfrage (verfügbar auf Englisch und Spanisch) teil und teilt eure Ideen für einen bewussteren, glücklicheren 29. Februar hier.

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Beim #DespacioDay am 29. Februar geht es vor allem darum, der täglichen Routine zu entfliehen.
Foto: broken bloke Production

Mehr Infos zu Despacio gibt es auf der Website, bei Facebook, Twitter oder Instagram!

Titelbild: broken bloke Production / Kunst: Yok & Sheryo