Vom 8.-10. Mai findet in Berlin die 11. Ausgabe der re:publica statt, der Gesellschaftskonferenz zu den großen Themen, die unser Leben im digitalen Zeitalter prägen. Wer nicht hin kann: Wir präsentieren die fünf wichtigsten Talks zu Mobilität, urbanem Design und Technologie.

1. Der Stadtverkehr wird intuitiv

Wenn die Mobilität flüssig bleiben soll, müssen wir umdenken – und zwar schnell. Herausforderungen wie Stau und Feinstaubbelastung drängen auf intelligente Lösungen – ebenso wie die gleichberechtigte Nutzung durch unterschiedliche Transportmodi in den wachsenden Städten.

Hier sind vor allem die Autohersteller gefragt. Einige unter ihnen, wie Daimler, gehen die Herausforderung an, indem sie die Perspektive ihrer Kunden einnehmen. Denn trotz immer komplexerer Technologien soll sich Mobilität in ihrer nächsten Ära spontan und intuitiv anfühlen. Und dafür müssen die Maschinen lernen, zu denken.

Der Tech-Journalist Don Dahlmann spricht mit Daimler Manager Axel Harries über CASE, den Zukunftsentwurf der Daimler AG. CASE steht dabei für die intelligente Verbindung von Connectivity mit autonomem Fahren, Services wie Carsharing und anderen Dienstleistungen sowie der Elektrifizierung von Autos, wie dem neuen smart electric drive.

Es ist eine ambitionierte Vision, die das Leben in den Städten radikal verändern könnte, weil sie an alle Facetten unseres Unterwegsseins denkt.

Intuitive Mobilität – mit Electric Intelligence in die nächste Ära der Mobilität
Wann: Dienstag, 9. Mai, 12:30 – 13:30 Uhr
Wo: re:publica, Stage 5, STATION Berlin, Luckenwalder Str. 4–6, 10963 Berlin

autonomer Showcar Mercedes-Benz EQ
Mercedes-Benz setzt mit „CASE“ auf Connectivity und autonomes Fahren.
Foto: Daimler AG
Bedienung einer Mobilitätsapp
Foto: Daimler AG
Teilnehmer der Konferenz von smart lab
Foto: Daimler AG

2. Es gibt bessere Karten

Nichts ist objektiver, als eine Land- oder Stadtkarte, die die Welt abbildet, wie sie wirklich ist. Aber stimmt das wirklich? Ute Benz und Sylvia Kautz von der University of Applied Sciences Potsdam haben sich darüber Gedanken gemacht, an wen sich das herkömmliche Kartenmaterial eigentlich wendet – und an wen nicht.

Autofahrer werden hier traditionell gut bedient, während andere Gruppen weniger beachtet werden. Besonders für Menschen mit besonderen Bedürfnissen können eigens angefertigte Karten die Umwelt zugänglicher machen: interaktives, von der Community aktualisiertes Kartenmaterial kann zum Beispiel aufzeigen, welche Gehwege rollstuhlgerecht sind.

Und wer an Heuschnupfen leidet, dem wird ein Pollenatlas seiner Stadt von großem Nutzen sein. So hilft sogenanntes „inklusives Mapping” Stadtplanern und Architekten, auf die Bedürfnisse ehemals ausgeschlossener Nutzergruppen bewusst einzugehen.

Accessible information mapping (AIM)
Wann: Dienstag, 9. Mai, 15:00 – 15:30 Uhr
Wo: re:publica, Lightning Talks 2, STATION Berlin, Luckenwalder Str. 4–6, 10963 Berlin

Karten haben Potenzial – für alle Nutzer.
Foto: interdisciplinarythings.com

3. Das Auto nützt uns auch, wenn es steht

Auch smart ist auf der diesjährigen re:publica vertreten. Allerdings steht kein Fahrzeug im Vordergrund, sondern die wachsende Palette von smart eigenen Diensten. Die „ready to“-Services ergänzen das Fahrerlebnis, verbinden Menschen miteinander und vereinfachen Aufgaben des urbanen Lebens.

Bereits im Juni 2016 startete der Service smart „ready to park+“, über den sich günstigere Parkplätze exklusiv für smart Fahrer reservieren lassen. Im September 2016 folgte dann der flexible Paketzustellservice smart „ready to drop“ – hier wird der Kofferraum zur Paketannahmestelle.

Der neueste Service, smart „ready to share“, lässt smart Besitzer das eigene Auto einfach, sicher und per Smartphone mit Freunden, Kollegen oder Nachbarn teilen und vermieten.

Entstanden ist die Servicepalette im smart lab, dem Thinktank von Daimler. Das klare Ziel: Fahrzeuge im urbanen Umfeld effektiver und intelligenter nutzbar zu machen.

Carina Sandbrink und Jakob Luickhardt stellen auf der Bühne die neuen Angebote vor und geben einen Ausblick auf die vielseitigen Anwendungsgebiete von vernetzten Fahrzeugen in der Stadt.

Ready to rethink Mobility – mit den smart ready to-Services die Zukunft der Mobilität erleben
Wann: Montag, 8. Mai, 13:00-14:00 Uhr
Wo: re:publica, 360° Kino, STATION Berlin, Luckenwalder Str. 4–6, 10963 Berlin

4. Warum Nerds (nicht) aus der Stadt flüchten

Simon Kowalewski ist sowohl ein Utopist als auch ein Mann der Praxis: Der Informationstechniker war bis 2016 Abgeordneter der Piratenpartei in Berlin, betrieb ein veganes Café mit Coworking-Space und beschäftigt sich jetzt mit der Stadtflucht der Nerds.

Bisher ging der Trend hin zur Mega-City – gleichzeitig erlebten ländliche Gegenden einen Bevölkerungsschwund. Aber warum eigentlich? Die Mieten in den Städten werden immer teurer, während auf dem Lande Liegenschaften für einen Apfel und ein Ei zu kaufen sind.

Was aber steht einem „selbstbestimmten, umwelt- und klimafreundlichem Leben außerhalb der kapitalistischen Verwertungsinteressen” in der Provinz entgegen?

Eine von Kowalewskis Thesen: nur das ostentative Beharren der Hipster, unbedingt in der Stadt wohnen zu müssen sowie die fehlende Aufgeschlossenheit der Landbevölkerung gegenüber neuen Ideen.

Stadtflucht der Nerds
Wann: Mittwoch, 10. Mai, 15:00 – 15:30 Uhr
Wo: re:publica, Stage J, STATION Berlin, Luckenwalder Str. 4–6, 10963 Berlin

Was steht einem selbstbestimmten, umweltbewussten Leben entgegen?
Foto: Getty / Westend61

5. Wie Gamification uns spielend mitgestalten lässt

Stadtplanung geschieht viel zu oft von oben herab – meint jedenfalls Karsten Michael Drohsel, seines Zeichens selbstgelernter Urban Planner. Zusammen mit Game Designer Daniel Boy hat er einen neuen Ansatz entwickelt: „Gamicipation” ist die demokratische Beteiligung der Nutzer und Bewohner eines Stadtviertels durch eigens entworfene Spiele.

Diese machen nicht nur Spaß und führen die Beteiligten zusammen, sie können auch die langfristigen Auswirkungen unterschiedlicher Entscheidungen verdeutlichen. Mit ihrer „Mobile University” – einem Fahrrad samt Anhänger – bringen Drohsel & Co die Gamicipation unter die Leute: raus aus der Uni, rein in die Straßen.

Dafür haben sie mit der Urban Super Group eine Organisation gegründet, die die neuen Ansätze zur Stadtplanung weltweit vermitteln soll und dafür analoge wie digitale Medien nutzt. Das Credo: Das kurzfristige Vergnügen des Spielens stößt einen langfristigen Prozess der Veränderung an. Let the games begin!

We call it Gamicipation! An approach for playful urban participation
Wann: Dienstag, 9. Mai, 14:10 – 14:45 Uhr
Wo: re:publica, Lightning Talks 2, STATION Berlin, Luckenwalder Str. 4–6, 10963 Berlin

Schatten von Menschen, die VR-Brillen aufhaben
Stadtplanung wird zum Spiel – dank der Urban Super Group.
Foto: re:publica / Jan Michalko (CC BY-SA 2.0)
Publikum der Tech-Konferenz re:publica
Foto: re:publica / Gregor Fischer (CC BY-SA 2.0)
Party auf der re:publica
Foto: re:publica / Gregor Fischer (CC BY-SA 2.0)