Viel bewegt sich im texanischen Austin. Die Stadt hat sich von einem verschlafenen Studentenort zu einem der spannendsten Orte Amerikas entwickelt. Jährliche Festivals wie das South by Southwest (SXSW) tragen zum Boom bei. Im neuen smart fortwo electric drive erkunden wir eine unbekannte, ruhigere Seite von Austin.

Sänger Mobley in Austin

Während des SXSW tummeln sich so viele Touristen, digitale Pioniere und Künstler in Downtown Austin, dass Einheimische lieber einen Bogen um das Zentrum machen. Der junge und aufstrebende Musiker Mobley gibt im Laufe einer Woche rund ein Dutzend Konzerte. Vor seinem Auftritt im house of smart im historischen Waller Ballroom lässt er das Getümmel hinter sich. Zusammen entdecken wir einige seiner Lieblingsorte der Stadt – die Geheimtipps von Austin reichen von einem von Pfauen bevölkerten Park bis zu einer Sushi-Bar in einer Einkaufsmeile. Wir steigen in einen smart fortwo electric drive und nehmen Kurs auf die deutlich ruhigeren Viertel von East Austin, wo die Energie des Festivals einer für die Stadt typischeren, gemächlicheren Gangart weicht.

smart fortwo electric drive vor einer Wand mit Street Art in Austin

Was hat dich nach Austin verschlagen?
Mobley: Ich bin vor acht Jahren hergekommen, um beim Plattenlabel I Eat Records zu arbeiten, das es jetzt nicht mehr gibt. Ich habe mir die Stadt angesehen. Mir war klar, dass ich entweder hier oder in Los Angeles oder in New York leben wollte – allerdings waren hier die Lebenshaltungskosten viel niedriger. Es ist zwar schon näher an New York, was die Kaufkraft angeht, aber es ist noch viel gemächlicher.

Mobley im neuen smart fortwo electric drive

Motorhaube des neuen smart electric drive

Was sagst du zu der Debatte „neues Austin/altes Austin“? Viele Leute behaupten, die Stadt habe sich verändert und es sei nicht mehr der schräge Ort von früher.
Mobley: Ich bin in der Debatte leidenschaftslos, denn ich bin definitiv nicht hergekommen, weil es schräg ist. Was die Entwicklung angeht, muss sich die Stadt mehr Gedanken machen, finde ich. Es ist unzumutbar, dass es keine Grundsteuererleichterungen für Leute gibt, die aus ihrem Viertel verdrängt werden. Wenn ich auf Tour bin, kann ich sehen, in welchem Ausmaß das überall in den USA passiert.

Neigst du dann eher zum alten Austin?
Mobley: Ich glaube ja. Mir gefallen die Orte nicht, die einem ständig beweisen wollen, wie hip sie sind. Deswegen lande ich meistens in Gegenden, die älter sind und damit nichts am Hut haben.

Mobley sitzt auf einer roten Bank vor einem Elvis-Presley-Graffito in Austin

Wo in der Stadt lebst du?
Mobley: Ich lebe in North Central Austin. Wie überall in der Stadt kann man auch hier wenig zu Fuß machen, aber mit dem Auto bin ich innerhalb von fünf Minuten überall, wo ich hin will, in fünf Minuten.

Du musst dich also nicht mit dem Straßenverkehr in Austin herumschlagen?
Mobley: Deswegen wohne ich ja da, wo ich wohne! Ich bekomme nicht viel vom Verkehr mit und kann meinen Tagesablauf frei gestalten. Während des Berufsverkehrs gehe ich nicht raus. Wenn ich das jeden Tag tun müsste, würde ich die Stadt verlassen.

Wo gehst du hin, wenn du eine Pause von der Arbeit an deiner Musik brauchst?
Mobley: Ich gehe zum Beispiel oft in die Bücherei. Die „Walnut Creek“-Bücherei ist direkt nebenan, und das George Washington Carver Museum ist auch ein toller öffentlicher Ort. Die zugehörigen Tanzstudios dort habe ich zur Vorbereitung auf mein letztes Musik-Video genutzt. Und es gibt wunderbare Klaviere, auf denen man spielen kann. Ich finde es schade, dass es bei sozialem Miteinander so oft um Konsum geht. Man muss irgendwo hingehen und etwas bestellen oder kaufen, wenn man sich mit Leuten treffen will. Deswegen besuche ich gerne Orte, die der Öffentlichkeit gehören, wie Museen, Büchereien und Parks.

Mobley im Mayfield Park

Viele Touristen heben ihren Blick nicht über Downtown hinaus und lassen sich solche Orte oft entgehen. Welches versteckte Juwel sollten sie sich anschauen?
Mobley: Mayfield Park. Ich erinnere mich nicht einmal, wie ich ihn gefunden habe – ich bin zufällig darauf gestoßen. Man hat gar nicht das Gefühl, in Austin zu sein. Der Park wirkt abgeschieden und ist nie voll, nicht mal im Sommer. Es ist sehr friedlich.

Mobley umgeben von Grün im Mayfield Park

Austin eilt sein Ruf als Musikstadt voraus, aber es ist auch überraschend grün für eine Stadt im tiefsten Texas. In unserem smart fortwo electric drive in schwarz und electric green fahren wir in den Westen der Stadt. Nachdem wir einige sanfte Hügel überqueren, erreichen wir Mayfield Park. Auf der neun Hektar großen Grünanlage mit urigen Häuschen gibt es frei umherlaufenden Pfauen und verwunschene Wanderwege.

Hattest du schon mal einen Zwischenfall mit diesen Pfauen?
Mobley: Nein, aber ich halte mich auch fern von ihnen (lacht). Sie kümmern sich nicht um mich, sondern machen ihr Ding.

Wo essen wir zu Mittag? Wir haben gehört, dass du Sushi magst.
Mobley: In meinem Viertel gibt es viele tolle Restaurants. Zum Beispiel einen kubanischen Sandwich-Shop, mediterranes, vietnamesisches oder koreanisches Essen – das Little Deli ist ein echter Geheimtipp. Ich liebe Sushi, kann es mir aber nicht jeden Tag leisten. Am liebsten gehe ich zu DK Sushi, und besonders gern esse ich Lachs. Wir bestellen meistens die Rainbow oder Dragon Rolls.

Mobley bestellt Mittagessen bei DK Sushi in Austin

Geheimtipp für Mittagessen: Restaurant DK-Sushi in Austin

Warum kommst du gerne hierher?
Mobley: Es ist gut und gleichzeitig kommen sie nicht so großspurig daher. Viele Restaurants tun alles, um einen zu beeindrucken – und dafür bezahlt man schließlich. Es gibt hier eine tolle Karaoke-Show, aber ich mache da nicht mit. Ich bin Sänger, und ich finde Karaoke immer noch unmöglich.

Aber wenn du dir einen Song aussuche müsstest …
Mobley: … wäre es wahrscheinlich Bohemian Rhapsody. Wenn schon Karaoke, dann bitte gleich das volle Programm.

Als nächstes fahren wir zu einer weiteren Grünfläche, dem Shipe Park. Wie kommst du auf ihn?
Mobley: Ich habe früher in einer Seitenstraße der 45th Street gewohnt. Basketball ist mein Lieblingssport. Als ich hergezogen bin, habe ich nach einem Ort gesucht, wo ich spielen konnte. Nachmittags wimmelt es hier vor Menschen. Im Sommer bin ich fast jeden Tag hier und spiele Basketball mit den Leuten, die gerade da sind.

Mobley vor dem smart fortwo electric drive

Mobley vor einem Graffito im Shipe Park

Wo trittst du am liebsten auf in der Stadt?
Mobley: Ich spiele sehr gern im Spider House. Beim zehnten Jahrestag der Location habe ich draußen gespielt, aber ich trete auch oft im Ballroom auf, wo mir die Akustik besonders gut gefällt.

Club Spider House in Austin: Insidertipp
Mobley an einem Tisch im Spider House Club
Motorhaube des smart ed
smart fortwo parkt vor dem Spider House
Porträt des Sängers Mobley, der draußen im Spider House Pause macht
Ballroom
Mobley vor der Ballroom Venue in Austin

Wenn jemand eine Bar sucht, die in keinem Reiseführer steht, was würdest du ihm empfehlen?
Mobley: Die Sahara Lounge – die ist nicht so gekünstelt. Es ist viel ungezwungener als in vielen anderen Bars und man kann dort einfach abhängen. Die Leute tanzen, aber nicht, weil sie gesehen werden wollen. Es ist ein Club nach meinem Geschmack: bunt gemischt, was Alter und Hautfarben angeht, und mit angenehmer Atmosphäre.

Mobley steigt aus dem smart ed vor The Sahara Lounge aus
Kunst: John Fisher

Unweit des Springdale Park finden wir die Sahara Lounge. Der abgelegene, psychedelisch angehauchte Schuppen liegt so weit im Osten, dass die wenigsten Touristen sich hierher verirren. Aber die Bar ist, wie Mobley verspricht, eine der authentischsten Nightlife-Läden der Stadt.

Als nächstes steuern wir den Wooten Barber Shop an. Wie lange gehst du schon dorthin?
Mobley: Ich habe mir von meiner späten Kindheit bis weit ins Erwachsenenleben hinein überhaupt nicht die Haare schneiden lassen! Es sah verrückt aus, wie Broccoli. Dann beschloss ich, sie schneiden zu lassen. Mein Friseur Cisco im Wooten war der Typ, der mir die Mähne abgeschnitten hat. Ich mag, dass der Laden so altmodisch ist, sehr unprätentiös.

In Austin gibt es viele tolle Musikgeschäfte. Heute besuchen wir Switched On, ein Laden, der sich auf alte Synthesizer spezialisiert hat. Was für Equipment kaufst du hier?
Mobley: Meine gesamte Liveshow, inklusive Licht, Videos, Loops und Sequencern läuft über MIDI – einer digitalen Technik, mit deren Hilfe mehrere Instrumente und Computer miteinander verbunden werden und zusammen spielen können. Selbst mein Gitarrenton läuft über MIDI, daher kaufe ich viele Kabel und Komponenten. Und ich habe ein altes Yamaha-Klavier mit elektronischen Tonabnehmern und MIDI. Das MIDI-Board war hinüber, also habe ich hier einige Ersatzteile gekauft, um es zu reparieren.

Mobley geht zum Switched On Shop

Mobley spielt Klavier im Vintage-Synthesizer-Laden Switched On

Synthesizer-Shop Switched On: Local Secret in Austin

Erzähl uns mehr über deine Musik. Wie fing alles an?
Mobley: Ich habe drei oder vier Jahre in einer Band gespielt, aber mein Schlagzeuger konnte nicht mit auf Tour kommen. Ich musste also entweder akustisch spielen oder mir überlegen, wie ich die Musik solo performen konnte.

Wie bekommst du das alles live auf die Bühne?
Mobley: Ich mache alles allein. Ich singe, spiele Keyboard, Schlagzeug, Gitarre, Bass, Sampler – ich bin eine Ein-Mann-Band. Auf den Platten habe ich schon immer alle Instrumente gespielt, daher kannte ich die Parts sowieso. Ich wusste, dass ich das kann, aber ich war nicht gezwungen, es zu tun. Und es ist wirklich gut geworden – die neue Show kommt bei den Leuten sehr gut an.

Wovon handeln deine Songs?
Mobley: Auf meinem aktuellen Album „Some Other Country“ nutzen die meisten Songs die Metapher einer romantischen Beziehung, auf deren Basis ich gesellschaftliche Themen wie Rassismus, Überwachung, Bürgerrechte und Heimatgefühl ergründe.

Siehst du dich als Pop-Künstler?
Mobley: Ich nenne es Post-Genre-Pop. Popsongs als Form sind definitiv das, was mich interessiert – eingängige Stücke, drei bis vier Minuten lang. Aber was die Einflüsse von Genres angeht, so habe ich mich von allem inspirieren lassen.

Wenn du den ganzen Tag an deiner Musik gearbeitet hast, wie entspannst du dich, bevor du ins Bett gehst?
Mobley: Ich kann nicht ohne Licht oder Klang einschlafen, meistens lege ich eine Folge „King of the Hill“ ein und schlafe dabei ein.

Das ist so typisch texanisch! Wenn du eine Figur aus „King of the Hill“ wärst, welche wärst du?
Mobley: Ich bin wirklich froh, dass ich keine Figur aus dieser Serie bin! Ich mag all diese Charaktere, aber sie sind auch schrecklich.

Ich glaube, in Austin findet man heutzutage nicht mehr viele Klischee-Texaner. Aber wenn du wählen müsstest …
Mobley: Ich wäre Hank oder Bobby. Vielleicht eher Hank. Ich bin ein bisschen traditionell, ein bisschen altmodisch in gewisser Hinsicht.

Anthony Watkins II, besser bekannt als Mobley (eine Referenz zur Basketball-Legende Cuttino Mobley), hat sich in der Musikszene einen Namen gemacht – in seiner Wahlheimat Austin und darüber hinaus. Der unverkennbare Mix elektronischer Beats und R&B Vocals, machen die Live-Shows Sängers, Songwriters und Produzenten zu einem elektrisierenden Erlebnis. Mobleys single „Swoon“ hat inzwischen die Marke von einer Million Klicks auf Spotify überschritten. Mehr Informationen über Mobley gibt es auf Facebook oder Twitter.

Sänger Mobley performt in Austin

Mobley singt

Local Secrets Austin:

George Washington Carver Museum & Cultural Center
1165 Angelina St., Austin
www.austintexas.gov/department/george-washington-carver-museum-and-cultural-center

Mayfield Park
3505 W 35th St., Austin
www.mayfieldpark.org

Shipe Park
4400 Avenue G, Austin
www.austinparks.org/parks/shipe-park

Sahara Lounge
1413 Webberville Rd., Austin
www.saharalounge.com

DK Sushi
5610 N Lamar Blvd., Austin

Spider House
2908 Fruth St., Austin
www.spiderhouse.com

Switched On
2400 Cesar Chavez St., Austin
www.switchedonaustin.com

Wooten Barber Shop
2106 Guadalupe St., Austin
www.wootenbarbershop.com