Das wichtigste Werkzeug von Raphaël Schuster ist sein scharfer Blick. Der Qualitätsmanager aus dem smart Werk Hambach prüft die gerade produzierten smart fortwo so, wie es ein Kunde in der Niederlassung tun würde: akribisch und mit höchstem Anspruch.

Weiße Handschuhe tragen normalerweise nur Zauberer, Oberkellner und Chauffeure. Doch mit Tricks oder Magie kommt Raphaël Schuster nicht weiter. Denn der Moment, in dem die nagelneuen smart fortwo im Neonlicht des Produktaudits im Hambacher Werk durch seine Hände gehen, bietet die letzte Chance, um etwaige Fehler zu beheben. Da hilft nur die präzise Einhaltung des höchsten Qualitätsniveaus.

smart magazine: Herr Schuster, wohin geht der erste Blick, wenn bei Ihnen ein frisch produzierter smart vorfährt?

Raphaël Schuster: Der erste Blick ist für uns eher unerheblich, denn wir wissen, dass dieser nie ausreicht. Deshalb führen wir mehrere intensive Tests und Prüfungen durch: Die Oberflächenprüfung gilt Lackfehlern und Spaltmaßen, mit einer Regenprobe checken wir die Wasserdichtheit. Zudem stellen wir fest, ob am Unterboden alles richtig verbaut ist. In der dynamischen Prüfung nehmen wir die Autos dann mit auf die Einfahrbahn und drehen anschließend die so genannte Außenrunde. Am Ende des Tages wird das Fahrzeug durch alle Auditoren zusammen gecheckt und am nächsten Morgen allen Werksproduktionsleitern und dem Qualitätsmanagement gezeigt.

smart magazine: Wie lange dauert dieser Auditprozess?

Raphaël Schuster: Etwa drei Stunden pro Fahrzeug und Auditor, sodass jeder auf etwa zwei Pkw pro Tag kommt. Für die Serienproduktion startet der Arbeitstag in Hambach um halb acht. Die fünf Auditoren haben das Audit bis 16 Uhr abgeschlossen. Die größte Herausforderung dabei ist, Tag für Tag die Messlatte gleich streng anzulegen und nie nachzulassen.

smart magazine: Was wäre der perfekte Arbeitstag im Audit?

Raphaël Schuster: Das wären für mich Fahrzeuge mit null Fehlern. Das Gute: Seit Fertigungsbeginn der neuen Serie werden es jeden Tag mehr Null-Fehler-Autos.

In der Arbeit beim Qualitätsmanagement im Werk schließt sich für Schuster ein Kreislauf. Denn er war bereits dabei, als die ersten Prototypen getestet wurden: Im smart Hauptsitz in Böblingen, bei zweistelligen Minusgraden in Schweden und unter der Sonne Südafrikas.

smart magazine: Welcher Check ist anspruchsvoller: der eines Prototyps oder der eines Serienautos?

Raphaël Schuster: Natürlich ist jeder Prototypen-Audit ein Höhepunkt: Man hat zum ersten Mal nicht nur die ersten fertigen Bauteile, sondern das ganze Fahrzeug in der Hand. Da benötigen wir alleine für die statische Prüfung anderthalb Tage und für die dynamische Prüfung einen Tag. Hier mögliche Fehler zu finden, aufzuzeigen und Lösungsvorschläge zu unterbreiten, ist natürlich extrem wichtig und anspruchsvoll. Denn danach richtet sich die Serienfertigung der kommenden Jahre aus.

smart magazine: Und wie läuft der Prototypen-Test in den exotischen Regionen ab?

Raphaël Schuster: Die Erprobung umfasst Fahrten über unterschiedliche Strecken, zehn Nächte lang. Morgens um acht berichten uns die Nachtfahrer von allen Fehlern und Vorkommnissen. Diese fahren wir dann nach und bewerten und analysieren sie. Anschließend bereiten wir die Fahrzeuge für die nächste Nacht vor. Und der Prozess beginnt von vorne …

smart magazine: Was bedeutet es für Sie persönlich, bei smart zu arbeiten?

Raphaël Schuster: Sehr viel, denn ich bin absoluter smart Fan und fahre selbst einen smart roadster. Der smart ist für mich einfach ein „happy“ Fahrzeug. Hinter der Marke steht eine Philosophie, die man nirgendwo anders findet.

„Der smart ist für mich einfach ein „happy“ Fahrzeug.“
Raphaël Schuster

smart magazine: Was gefällt Ihnen am neuen smart fortwo am besten?

Raphaël Schuster: Dass er eben diese Philosophie nahtlos fortsetzt: Denn wie jeder smart zuvor ist er der einzige so kurze Zweisitzer, der überall seine Lücke findet. Weil die Städte immer voller werden, benötigt man kleinere Autos. Außerdem ist er haptisch noch ansprechender gestaltet, der Innenraum ist noch unkonventioneller geworden. Wer etwas wirklich Ungewöhnliches wünscht, liegt mit dem smart richtig.

Willst du mehr über ,smartville‘ erfahren? Dann schau Dir unseren Film „Behind the scenes in smartville“ an, in dem Logistikmanager Christophe Balthazard, Lackierer Alexandre Zettl, Ingenieurin Claire Mutin und Qualitätskontrolleur Raphaël Schuster dich hinter die Kulissen des einzigartigen smart Werks führen.

Alle Fotos inklusive Titelfoto: Philipp Wente