Der Thinktank smart lab rollt eine innovative Servicepalette rund um die smart Modelle aus. Mit den Diensten smart „ready to drop“ und smart „ready to share“ setzt die Marke dabei Maßstäbe in Sachen weitergedachter Mobilität. smart lab Product Lead Carina Sandbrink blickt zurück – und noch weiter in die Zukunft.

Diese Tage im Mai hat sich Carina Sandbrink schon lange rot im Kalender markiert. Auf zwei Veranstaltungen in Berlin trifft sie Meinungsführer aus sozialen Medien, der Onlineszene und Start-up-Wirtschaft. Im Gepäck hat sie Ideen für jene urbanen Pioniere, die sich schon länger fragen, wie sie ihr Fahrzeug in der Großstadt noch vielseitiger nutzen können: smart „ready to drop“ mit dem das Auto zum Paketkasten wird. Und smart „ready to share“, mit dem sich der smart zum Beispiel unter Freunden und Kollegen vermieten lässt. Entsprechend groß ist die Resonanz auf Carina Sandbrinks Vortrag auf der Mercedes-Benz Social Media Night in der Berliner Mercedes-Welt. Auch am nächsten Morgen, an dem sie die smart „ready to“-Services auf der Digital- und Innovationskonferenz re:publica in einer Reihe mit Daimler-Innovationen wie car2go, croove und Startup Autobahn präsentiert, ist die Aufbruchsstimmung greifbar.

Carina Sandbrink hält einen Vortrag über das smart lab bei der re:publica
Carina Sandbrink stellt die Arbeit des smart lab vor.

Frau Sandbrink, wer für eine Automarke in einer Abteilung arbeitet, die ein „Labor“ im Namen trägt, muss sicher noch oft erklären, was dort geschieht. Wie würden Sie Ihre Aufgabe beschreiben?
Carina Sandbrink: Das smart lab ist der Thinktank für neue connected car Dienste von smart. Wir arbeiten an verschiedenen Services, die auf den Features der Connectivity Box aufbauen – das Kästchen hinter der Windschutzscheibe ist bereits aus dem erfolgreichen Einsatz bei car2go bekannt. Die Hauptfunktionalitäten dieser online-basierten Technologie sind das Orten, Öffnen und Schließen des Fahrzeugs. Es sind damit aber auch noch weitere Dinge möglich, zum Beispiel unsere beiden Services smart „ready to drop“ und smart „ready to share“.

smart ready to drop

Zu smart „ready to drop“, dem ersten der neuen smart „ready to“-Services, haben Sie eine besondere Verbindung – die Idee entstand aus einer persönlichen Erfahrung …
Carina Sandbrink: Richtig (lacht). Ich habe schon viel Zeit in den Warteschlangen beim Postamt verbracht, wenn ich meine Pakete abholen wollte. Das gab den Anstoß für smart „ready to drop“ – die Kofferraumbelieferung.

Seit Anfang 2017 läuft die Betaphase von smart „ready to drop“, in der Nutzer in verschiedenen deutschen Städten den Dienst testen. Wie fällt der allgemeine Tenor aus?
Carina Sandbrink: Wenn man zum ersten Mal davon erzählt, gibt es tatsächlich meistens einen Aha-Effekt. Schließlich kennt jeder das von mir geschilderte Problem, nach Feierabend oder samstags in der Schlange zu stehen. Die Menschen sind deshalb von unserem Lösungsansatz begeistert. Als der Pilot gestartet ist, habe ich eine Menge E-Mails erhalten mit Fotos oder Videos und der Nachricht, dass dieses oder jenes Paket angekommen sei. Das fand ich absolut cool. Natürlich arbeiten wir ständig daran, dass der Service noch besser wird, zum Beispiel mit einem vergrößerten Produktportfolio bei den Bestelloptionen oder einer noch einfacheren Bedienung.

Carina Sandbrink neben einem roten smart ready to drop
Auf der Bühne der Mercedes-Benz Social Media Night beantwortete Sandbrink Fragen aus dem Publikum.

Begriffe wie Betaphase oder -test werden in der Automobilbranche selten verwendet, denn ein Fahrzeug kann nur als ausgereiftes Produkt auf den Markt gebracht werden. Wie stark haben Sie da umdenken müssen?
Carina Sandbrink: Das Umfeld für einen Autohersteller hat sich durch neue Mobilitätsservices und Wettbewerber stark verändert. Bei neuen connected car Diensten müssen wir anders arbeiten und sie in kürzerer Zeit auf den Markt bringen. Doch es gibt diese Aufbruchsstimmung und viel Lust, neue Produkte und Leistungen auszuprobieren, auch längst bei uns. Es ist zum Beispiel ein sehr spannender Ansatz, den Kunden zu einem sogenannten Co-Creator zu machen und ihn in die Produktentwicklung miteinzubeziehen. Gleichzeitig werden diese Erkenntnisse mit echten Daten, die wir im Verhalten sehen, verprobt. Dieser Ansatz ist sehr ökonomisch, denn man arbeitet genau an den Angeboten, die sich der Kunde wünscht.

Sandbrink lacht
Sandbrink erfreut sich der Aufbruchsstimmung im Konzern.

Ab Juni 2017 ergänzt smart „ready to share“ die Servicepalette. Der Dienst erlaubt es autorisierten Nutzern, ihren smart per App mit Freunden und Nachbarn zu teilen. Nachdem viele Städter das Carsharing schon gewohnt sind: Wie kommt diese Idee an?
Carina Sandbrink:
Sehr gut, die ersten Rückmeldungen sind sehr vielversprechend. Ein Beispiel: Direkt nach meinem Vortrag auf der Mercedes-Benz Social Media Night kam einer der Zuhörer begeistert auf mich zu. Er wollte sein Auto während seiner Arbeitszeit gerne gemeinnützigen Diensten zur Verfügung stellen. Ich hatte das Gefühl, dass er diese Idee während des Vortrags entwickelt hat. Das zeigt: Es ist spannend, zu sehen, wie die Leute darauf reagieren – ob sie nun ihr eigenes Fahrzeug refinanzieren oder der Allgemeinheit etwas zurückgeben wollen.

Roboter Pepper neben einem blauen smart ready to drop und DHL-Paketen
Erklär-Roboter Pepper begrüßt am Infostand potenzielle Betatester.

Kann man beide Dienste stellvertretend für die Kernidee der smart Services ansehen?
Carina Sandbrink: Ja, bei den „ready to“-Services bringen wir alle Stärken unserer Marke zusammen: die perfekten Stadtfahrzeuge sowie die Technologie von car2go und den Mobility-Services – the best of both worlds. So können wir unseren Kunden etwas ganz Neues anbieten. Die überragenden Eigenschaften des smart sind bereits bekannt: ein kleiner Wendekreis, hervorragend zum Parken. Aber was urbane Mobilität bedeuten kann, versuchen wir jetzt mit den „ready to“-Services ganz neu zu definieren.

Zurück zum smart lab: Welcher Weg führte Sie dorthin?
Carina Sandbrink: Ich habe an der Universität der Künste in Berlin studiert und bin eher über das Thema Trend- und Zukunftsforschung zu Daimler gekommen. Im Rahmen des Daimler Traineeprogramms war ich dann unter anderem auch bei car2go. Dort begann schon die Idee zu keimen, die millionenfach bewährte Technologie hinter dem Carsharing-Service zu nutzen, um mit Endkundenfahrzeugen ganz neue Dienste anbieten zu können. Als ich das Konzept für ready to drop an meinen Chef herantrug, war er sehr offen dafür. Da ich keinen typischen Automotive-Hintergrund mitgebracht habe, kannte man ähnlich wilde Ideen schon von mir (lacht).

Sandbrink hält eine Rede bei der re:publica 2017
Auf der re:publica in Berlin geht es für Sandbrink weiter.

Herrscht im smart lab ein besonderer Pioniergeist?
Carina Sandbrink:
Das Pionierhafte steckt ja seit den Anfängen ganz tief in der Marke smart – die bereits 1998 als Mobilitätskonzept gedacht war. Mit dem Zweisitzer smart fortwo hat smart damals ebenfalls eine Pionierrolle eingenommen und das setzen wir nun mit den smart „ready to“-Services fort. Ich selbst brenne für die Marke smart und möchte daher in erster Linie unsere Fahrzeuge attraktiv machen und unseren Kunden das Leben in der Stadt erleichtern.

„Was urbane Mobilität bedeuten kann, versuchen wir jetzt mit den „ready to“-Services ganz neu zu definieren.“
Carina Sandbrink

Muss eine solch innovative Abteilung auch eine neue Struktur besitzen?
Carina Sandbrink: Ja, ich würde uns als schwarmartigen Zusammenschluss bezeichnen. Einige meiner Kollegen arbeiten bei Daimler Mobility Service, einige bei car2go, andere bei smart. Wir arbeiten sehr agil und alle sind hoch motiviert, an neuen Services zu arbeiten und, indem wir unsere Ergebnisse dem gesamten Konzern und der großen Schwestermarke Mercedes-Benz zur Verfügung stellen, die urbane Mobilität neu zu erfinden.

Mit seiner neuen Konzernstrategie CASE bündelt Daimler die Bereiche Konnektivität, autonomes Fahren, Carsharing mit Dienstleistungen rund ums Auto und Elektromobilität. Bei mehreren dieser Themen ist smart ganz vorne mit dabei. Wie sehen Sie dabei die Rolle der Marke innerhalb des Konzerns?
Carina Sandbrink: Man spürt einen frischen Wind im Unternehmen. Es ist eine tolle Sache, jetzt dabei zu sein, denn die Industrie steht kurz vor einer großen Veränderung in Sachen Mobilität. Wir wollen unsere Stärken bei smart nutzen, um ein Speedboat zu sein und damit unseren Teil zum digitalen Wandel bei Daimler beizutragen.

nach der re:publica sitzt Sandrbink draußen auf einem Liegestuhl
Sandbrink erwartet große Veränderungen in Sachen Mobilität.

Wie sind Sie selbst mobil?
Carina Sandbrink: Intermodal und flexibel. Mein Mobilitätsmix beinhaltet alles – vom Fahrrad über Taxi, Auto und öffentliche Verkehrsmittel.

Carina Sandbrink vor dem Plakat mit dem re:publica-2017-Claim "Love out loud"
Als smart lab Produkt Lead für ready to drop möchte Sandbrink smart Kunden das urbane Leben erleichtern.