Anlagenführer Alexandre Zettl arbeitet bei smart, seit es die Marke gibt. Dabei spürt er immer noch etwas von der Aufregung seines ersten Tages. Wie könnte es auch langweilig werden – bei 40 möglichen Farbkombinationen des neuen smart fortwo?

Als Mann der ersten Stunde kennt Alexandre Zettl das smart Werk im französischen Hambach wie seine Westentasche. Seit 1997 arbeitet der Anlagenführer in ,smartville‘. Heute wacht er mit seinem Team über die Lackierstraße. Hier, zwischen Karosseriebau und Endmontage, erhalten Chassis und tridion Sicherheitszelle der Autos ihre Farbe. Die Atmosphäre: Ein bisschen Spaceshuttle, ein bisschen Intensivstation, kein Zutritt ohne Schutzoveralls. Seit Produktionsstart des neuen smart fortwo geht es hier noch bunter zu als bislang: Für die neuen smart sind etliche neue Farbtöne erhältlich, insgesamt gibt es rund 40 Kombinationen aus Bodypanels und tridion Sicherheitszelle – mit neuen Tönen wie lava orange und moon white.

Anlagenführer Alexandre Zettl arbeitet seit 1997 in „smartville“.
Anlagenführer Alexandre Zettl arbeitet seit 1997 in „smartville“.

smart magazine: Herr Zettl, Sie arbeiten seit 1997, dem Geburtsjahr der Marke, im Hambacher smart Werk. Ist Ihr Job noch aufregend oder bereits Routine?

Alexandre Zettl: Im Moment ist selbst für mich sehr viel neu, was mir gut gefällt. Zum Beispiel haben wir zur Produktion des neuen smart fortwo eine neue, hochmoderne Lackieranlage in Betrieb genommen.

smart magazine: Was kann diese Anlage besser als die alte?

Alexandre Zettl: Bei den vorherigen Baureihen haben wir mit einer Pulverlackierung gearbeitet, jetzt verwenden wir eine umweltfreundliche Nass-in-Nass-Lackierung. Dafür musste die technische Basis umgestellt werden, was aber viele Vorteile bringt: Nun können wir die Farben schneller wechseln und in der vorhandenen Zeit mehr Autos produzieren. Außerdem können wir jetzt eine größere Farbpalette fahren und mehr Unikate lackieren: Mit Pulverlack standen uns für die tridion Sicherheitszelle nur Silber, Schwarz und Weiß zur Verfügung. Nun bieten wir sechs verschiedene Farbtöne an.

smart magazine: Welche Töne sind für die Bodypanels des neuen smart fortwo nun zusätzlich verfügbar?

„Mir gefällt das matte titania grey sehr gut. Sehr dezent, aber sehr edel.“
Alexandre Zettl

Alexandre Zettl: Das sind natürlich Schwarz, Weiß und Rot, dann die Metallicfarben cool silver, black-to-yellow, midnight blue, hazel brown und lava orange. Dazu gibt es die matten Farben wie moon white und titania grey. Dann haben wir electric green exklusiv für den smart fortwo electric drive, der weiterhin auf dem Vorgängermodell basiert. Etwas Besonderes ist weiterhin unser Konzept smart BRABUS tailor made. Hier kann der Kunde seine Wunschfarbe nicht nur aus allen Standardfarben auswählen, sondern sich diese aus über tausend Tönen aussuchen. Die Karosse wird dann im Paintshop von Hand lackiert.

smart magazine: Was ist Ihre persönliche Lieblingsfarbe?

Alexandre Zettl: Mir gefällt das matte titania grey sehr gut. Sehr dezent, aber sehr edel.

smart magazine: Wie entwickeln Sie eigentlich einen dieser neuen Farbtöne?

Alexandre Zettl: Um eine komplett neue Farbe zu entwickeln, benötigen wir ungefähr zwei Jahre. Wenn wir den fertigen Lack haben, benötigen wir hier im Paintshop ungefähr sechs Monate, um die Lackiermaschinen zu kalibrieren. Diese Einstellungen sind extrem wichtig, um später die richtige Schichtdicke auf die Karossen auftragen zu können – damit Glanz und Farbton stimmen. Nach dieser sogenannten „Industrialisierung“ von neuen Farben befassen wir uns mit der Produktionsbegleitung und, wenn es sein muss, auch mit der Fehlerbehebung.

smart magazine: Wie sieht Ihr perfekter Arbeitstag aus?

Alexandre Zettl: Er wird nahezu perfekt, wenn zum Beispiel bei der Einführung einer neuen Farbe in der Produktion so wenig Tests wie möglich nötig sind. Wenn nur drei oder vier Karosserietests ausreichen, um die Farbe in die Serie zu bringen. Dann sind wir nicht nur schneller, sondern verursachen auch weniger Kosten. Wir arbeiten eben an jedem smart, als wenn er unser Eigener wäre.

Alexandre Zettl smart ebike
„In Zukunft wird die Nutzung verschiedener Verkehrsträger immer selbstverständlicher.“

smart magazine: In der Lackierstraße fahren die smart, auf die Sie dann die Farbe aufsprühen, in einer schier endlosen Reihe an Ihnen vorbei – allerdings nur als Rohkarosserie. Haben Sie eigentlich eine Beziehung zum fertigen Modell?

Alexandre Zettl: Natürlich. Ein Auto, das innen so viel Raum bietet, außen so wenig Platz benötigt, so funktional ist und so viel Fahrspaß bietet, ist einzigartig. Ich glaube daher, dass wir vor allem in den Großstädten immer mehr smart sehen werden – als Privatautos und im Carsharing von car2go. Dazu passt, dass auch die Konnektivität immer besser wird und wir so die Kombination aus verschiedenen Verkehrsträgern immer selbstverständlicher nutzen.

Willst du mehr über ,smartville‘ erfahren? Dann schau Dir unseren Film „Behind the scenes in smartville“ an, in dem Logistikmanager Christophe Balthazard, Lackierer Alexandre Zettl, Ingenieurin Claire Mutin und Qualitätskontrolleur Raphaël Schuster Dich hinter die Kulissen des einzigartigen smart Werks führen.

Alle Bilder, inkl. Titelbild: Philipp Wente