Essbares Papier, Tütchen aus Algen, Wasser aus der Blase – während wir noch damit beschäftigt sind, unseren Verbrauch von Plastik und Alufolie zu reduzieren, um die Umwelt zu schützen, gehen einige Firmen bereits einen Schritt weiter – und experimentieren mit essbaren Verpackungen.

Better Burger: sauberes Fast Food

Fast food verpackt in essbarem Papier
Fast Food kann auch anders: Bei Better Burger kann man die Verpackung gleich mitessen.
Foto: Undertow Media NZ

Als Rod Ballenden seine Fast-Food-Burgerkette Better Burger in Neuseeland gründete, fiel ihm auf, wie schnell die Landschaft um seinen Laden vermüllte: Nach dem Verzehr der Burger warfen seine Kunden das Papier einfach auf die Straße. Ballenden entschied sich, fortan alle Verpackungen aus hundertprozentig kompostierbaren Materialien herzustellen. Am Earth Day im April 2018 ging er noch einen Schritt weiter und ließ alle Burger in hauchdünnes Oblatenpapier packen, dass direkt mitgegessen werden kann. Die bisher einmalige Aktion sollte der Fast-Food-Industrie einen Weg in eine müllarme Zukunft aufzeigen.

Ooho: Wasser aus der Blase

Schon einmal Wasser gegessen? Was verrückt klingt, ist nun möglich: Das Londoner Start-up Skipping Rocks Lab kreiert handliche, mit Wasser gefüllte Blasen mit dem Namen Ooho. Diese aus Pflanzen und Algen bestehenden Behältnisse können einfach verspeist werden. Die Idee zu dem einzigartigen Konzept stammt aus der Molekularküche. Das Wasser wird durch eine chemische Reaktion in der Blase gefangen. Ab Herstellung hält sich die Blase einige Tage. Bisher wurden die Wasserblasen vor allem auf Events vorgestellt – nun sollen sie auf den Markt kommen.

Essbare Wasserblase aus Pflanzen und Algen
Das Auge trinkt mit – die Wasserblasen von Ooho! sind umweltfreundlich und sehen schön aus
Foto: Katherine Fawssett

Evoware: die Waffel aus der Alge

Auch David Christian, Mitgründer von Evoware, hat Algen als Plastikersatz entdeckt: Sein Start-up mit Sitz in Indonesien hat eine essbare Verpackung für die Waffeln der belgischen Firma Bruxelwaffle entwickelt. Die Tüte versorgt den Verbraucher sogar noch mit Ballaststoffen, Mineralien und Vitaminen. Algen sind besonders umweltfreundlich, für ihre Produktion werden weder Dünger noch andere Ressourcen benötigt. Und: Während sie wachsen, absorbieren sie sogar CO2.

Die Verpackungen werden aus Algen hergestellt und enthalten wertvolle Ballaststoffe.
Foto: Evoware

Bakeys: der weltweit erste essbare Löffel

Allein in den USA werden jedes Jahr 40 Milliarden Plastikbestecke benutzt – weltweit sogar 16-mal so viel. Dieser Tatsache hat Narayana Peesapaty aus Indien nun den Kampf angesagt. Sein Unternehmen Bakeys produziert essbare Löffel, hergestellt aus nur drei Zutaten: Reismehl, Weizen und Sorghumhirse. Bisher verkauft Bakeys jedes Jahr anderthalb Millionen Löffel in Indien, expandiert seit Kurzem aber auch weltweit. Die Löffel sind vegan und fair gehandelt. Bald werden sie auch in mehreren Geschmacksrichtungen zu bestellen sein – zum Beispiel Sellerie oder Minze-Ingwer.

Essbare Löffel aus Reismehl, Weizen und Sorghumhirse
Zum Reinbeißen sind die essbaren Löffel von Bakey’s, wer braucht da noch Löffel aus Plastik?
Foto: Bakeys

Tomorrow Machine: Die Designstücke unter den Verpackungen

Wie kann es sein, dass ein Smoothie nur ein paar Tage haltbar ist, seine Verpackung aber Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte, auf der Mülldeponie liegt? Diese Frage hat sich das schwedische Designstudio Tomorrow Machine gestellt. Ihre essbaren Verpackungen laufen zusammen mit Haltbarkeit des Produktes ab. Wie bei diesem Smoothie, dessen geleeartige Verpackung aus Wasser und Algen nicht nur sehr schick aussieht, sondern sich innerhalb weniger Tage selbst kompostiert. Wenn sie vorher nicht bereits mitgegessen wurde.

Smoothies verpackt in Trinkpäckchen aus selbst kompostierbarem Algengelee
Smoothies – verpackt in Trinkpäckchen aus Algengelee.
Foto: Tomorrow Machine