Großstädte sind die am dichtesten besiedelten Gebiete auf unserem Planeten. Für mehr Kleinstadtflair im Esszimmer sorgt das Portal „EatWith“, das Locals und Fremde zusammenführt – Mahlzeit für Mahlzeit.

In der Stadt interagieren wir jeden Tag mit Menschen – Pendlern auf unserem Weg zur Arbeit, Kollegen, Leuten auf der Straße. Aber seien wir ehrlich – wie viele unserer täglichen Bekanntschaften lernen wir gut genug kennen, um mit ihnen zu Abend zu essen?

Das Teilen einer Mahlzeit kann aus Fremden Freunde machen – das ist die Botschaft von EatWith, einem Startup, das Menschen über das Thema Essen miteinander verbindet. „Unser Ziel ist es, Leute durch gemeinsame Mahlzeiten zusammenzubringen“, erklärt Susan Kim, die Geschäftsführerin von EatWith. „Essen ist die ultimative universelle Sprache.“

Frontpage of EatWith
In wenigen Schritten zum gemeinsamen Essen.
Bild: EatWith (das Bild wurde verändert)

Gemeinsam essen: das erste soziale Netzwerk

Die zündende Idee zu EatWith hatten Guy Michlin und Shemer Schwarz. Auf einer Reise durch Griechenland, wurde Michlin nach einer zufälligen Begegnung mit einem Einheimischen kurzerhand zum Abendessen eingeladen. Wenig später saß Michlin mit einer Familie in deren Haus am Tisch. Die Speisen hätten „keinerlei Ähnlichkeit“ mit dem gehabt, was er bis dahin auf seiner Reise erlebt habe. Die Gastfreundlichkeit, authentische Küche und kulturelle Erfahrung vergaß er nicht. 2012 wurde dann EatWith geboren. Die Mission: Menschen miteinander verbinden, Mahlzeit für Mahlzeit.

„Nichts bringt Menschen auf so organische und natürliche Weise zusammen wie gemeinsames Essen an einem Tisch“, sagt Kim. „Zusammen zu essen, ist eine tolle Art, neue Kulturen besser kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen mit Menschen, die man sonst nie getroffen hätte. Der Abendessenstisch ist das erste soziale Netzwerk.“

EatWith startete in Tel Aviv und fand ein begeistertes Echo bei den ersten Teilnehmern. Um zu beweisen, dass das Konzept nicht nur in Israel funktioniert, wurde das Team auch in Barcelona aktiv. Vier Jahre später ist EatWith in 200 Städten und 50 Ländern vertreten – von Lyon und Marrakesch bis nach São Paulo und Tokio.

Zusammen isst man weniger allein.
Foto: EatWith

Der kulinarischen Szene einer Stadt auf den Grund gehen

Im Prinzip funktioniert EatWith wie ein kulinarisches Airbnb. Wenn du etwa während eines Städtetrips authentische Speisen genießen und interessante Einheimische kennenlernen möchtest, besuche einfach das Portal, wähle Datum, Preisspanne und Art der Küche und buche deinen Platz.

Die rund 650 EatWith-Gastgeber weltweit decken die ganze Bandbreite kulinarischer Erfahrungen ab – von Hobbyköchen bis hin zu Profis, die in der gehobenen Gastronomie tätig sind. „Neben vielen Autodidakten finden sich bei uns auch Gastgeber, die in internationalen Sterne-Restaurants gearbeitet haben“, sagt Kim, die auch selbst ihren EatWith-Gästen authentische koreanische Gerichte anbietet. „Sie alle eint die Leidenschaft fürs Kochen und ihre Gastfreundlichkeit.“

Abendessen organisieren mit Eatwith
Die Angebote sind so vielfältig wie die Geschmäcker.
Bild: EatWith (das Bild wurde verändert)

Ein Gemeinschaftsgefühl erzeugen

„Da sie in ihrer Stadt zu Hause sind, dienen unsere EatWith-Gastgeber oft auch als unglaubliche Informationsquellen“, fährt Kim fort. „Wir haben zum Beispiel einen Gastgeber in San Francisco, der mit seinen Gästen zum Pier geht und ihnen zeigt, wo es die besten Meeresfrüchte gibt.“

Anders als Airbnb kommt EatWith nicht nur Reisenden und neugierigen Touristen zugute. Das Portal hilft auch Einheimischen, die den Kontakt zu den eigenen Nachbarn suchen.

Als Großstädter lebt man vielleicht in einem Mietshaus und geht seinem Alltag nach, ohne zu wissen, wer auf der anderen Seite der Wand wohnt. Selten sucht man das Gespräch mit fremden Mitmenschen – so lässt man sich potenziell wertvolle Beziehungen entgehen.

Genau hier hilft EatWith. „Ich habe normalerweise zwölf Gäste in meinem Apartment“, sagt Laura Rucker, eine Userin des Portals aus New York, die in ihrer kleinen Wohnung in Brooklyn Abendessen ausrichtet. „Meistens sind es ein paar Freunde, Nachbarn, Leute aus der Stadt und auch internationale Gäste.“

Es kann magisch sein

Die Innenarchitektin Rucker entdeckte EatWith vor einem Jahr über Instagram. Bereits wenig später begann die leidenschaftliche Köchin, ihre eigenen Events über die Plattform auszurichten – um neue Leute in ihrer Stadt kennenzulernen. Ihre Küche hat dabei oft einen mediterranen oder südamerikanischen Touch – es gibt Gerichte wie geschmorte Schweineschulter mit Polenta und Äpfeln, gefolgt von Bourbon-Schoko-Pie mit Eis. Ruckers EatWith-Abende haben nicht nur ihr eigenes Leben in der Stadt verbessert, sondern bieten auch regelmäßig eine Bereicherung für ihre Gäste.

„Ich glaube, die Leute streben nach einem Gemeinschaftsgefühl. EatWith ist ein Ort, an dem wir diese Gemeinschaft schaffen können“, erklärt sie begeistert. „Anfangs kommen die Leute über das Essen zusammen, aber es ist viel mehr als das. Ich habe einige Nachbarn kennengelernt, die ich sonst nie getroffen hätte. Das ist toll!“

Und was bleibt nach dem Essen? „Am Ende des Abends sind da zwölf Fremde, die lachen, sich Geschichten erzählen und Freunde werden“, sagt Rucker. „Es ist magisch.

Weitere Informationen findest du auf der Website von EatWith.

Nach dem Essen bleibt ein unvergessliches Erlebnis.
Foto: EatWith