Neugierig auf die jüngsten rad-tastischen Trends? Diese Superhelme, E-Bikes, Lifte, Radparkhäuser verändern, wie wir zukünftig auf zwei Rädern unterwegs sein werden.

1. Fahre immer sicher

Das Leben in der Stadt ist manchmal ein Leben auf der Überholspur. Und diese kann besonders für Radfahrer ziemlich gefährlich sein. Sicherheit sollte immer vorgehen, sorgt aber oft für einen wenig eleganten Look. Anders mit dem schwedischen Hövding, einem der innovativsten Fahrradhelme überhaupt: Inspiriert von einem Auto-Airbag, entfaltet sich dieser Helm erst bei einem Unfall – und nur dann. Wenn er nicht als Airbag Leben rettet, trägt man ihn wie einen Schal. Ein anderer Innovator in puncto Sicherheit ist das System Cycling UX von Future Cities Catapult. Das Head-up-Display im Helmvisier versorgt den Fahrer mit Augmented Reality – und füttert ihn mit allen fahrt- und sicherheitsrelevanten Informationen aus seiner Umgebung.

2. Lass dich elektrisieren

Die Zukunft des Verkehrs ist elektrisch – und E-Bikes führen diese E-Innovationsrevolution an. Sie verbinden moderne Technologie mit außergewöhnlichem Design, etwa im smart ebike. Für progressive Radler sind sie die erste Wahl, vor allem, wenn diese in hügeligen Städten unterwegs sind. „Jeder kann sich damit – je nach Kondition, Lust und Laune, mit oder ohne sportliche Anstrengungen – flink und flott bewegen“, sagt smart Chefin Dr. Annette Winkler. Noch nie E-Bike gefahren? Unbedingt nachholen, es ist ein echtes Erweckungserlebnis.

3. Nutze Hybrid-Kraft

Jetzt gibt es Schub: Das Copenhagen Wheel ist ein elektrisches Hinterrad, entwickelt vom Senseable City Lab des Massachusetts Institute of Technology und der Firma Superpedestrian. Es lässt sich ganz einfach an fast jedes Fahrrad montieren, wo es für eine Extraportion Energie sorgt. Geladen wird sein Akku durch die Trittfrequenz des Fahrers  und die beim Bremsen frei werdende kinetische Energie – dieser Vorgang heißt Rekuperation. So ist eine Reichweite von 50 Kilometern möglich. Klar, dass so eine schlaue Idee auch per Smartphone steuerbar ist: Mit der dazugehörigen App sammelt das Rad Daten über Routen, Verkehr und Umweltbelastung; zusätzlich kann das Rad online gesperrt werden.

4. Geh steil

Gutes Design arbeitet im Einklang mit der Natur: Trampe CycloCable ist der weltweit erste Fahrradlift für Städte. Sein Job: Er schiebt Fahrräder steile Hügel hoch, die selbst die Cracks aus der Bergwertung blass werden lassen. Sein erster Prototyp mit einer Länge von 130 Metern wurde 1993 in Trondheim gebaut. Seither hat der Lift über 200.000 Radfahrer den Hügel der norwegischen Stadt hinauf gezogen. Obwohl diese extrem praktische Innovation eine der beliebtesten Touristenattraktionen der Stadt ist, wurde CycloCable erst vor kurzem zur Serienreife gebracht. Und könnte nun überall an Steigungen eingesetzt werden. Wo der größte Bedarf dafür ist? Wir tippen auf Hongkong, San Francisco oder in einer südamerikanischen Metropole.

Trondheims Trampe CycloCable, der weltweit erste Fahrradlift
Trondheims Trampe CycloCable, der weltweit erste Fahrradlift
Foto: Design Management AS

5. Parke exklusiv

„Die Stadt der Zukunft wird nicht um das Auto als Transportmittel herum gebaut sein“, erklärt Roger Mogert, Stockholms Beauftragter für Stadtplanung. In diesem Spirit ist das neueste Parkhaus der Stadt nur Fahrrädern vorbehalten. Vom Architekturbüro Belatchew konzipiert, soll es 700 Rädern Platz bieten, die durch automatisch öffnende Türen direkt hineinfahren können. Weil es neben einem Bahnhof gebaut wird, rechnen die Macher mit regem Verkehr – geplant sind auch eine Fahrradwerkstatt, Umkleideräume und ein Café.

6. Denke nachhaltig

Radfahren hat nicht erst seit Kraftwerks „Tour de France“ und Olufur Eliassons Spiegelfahrrädern zahllose Künstler fasziniert. Jetzt nutzt die Kopenhagener Künstlergruppe N55 das Zweirad gleichzeitig als Kunst- und Transportobjekt. Für ihre Konstruktion „Parkcycle Swarm“ haben sie auf einem Lastenfahrrad ein Podest montiert, auf dessen Kunstrasenoberfläche es sich angenehm entspannen lässt. Und wer einen Schwarm von Parkcycles nebeneinander abstellt, erhält einen temporären Park.

Die Kopenhagener Künstlergruppe N55 sieht das Zweirad als Kunst- und Transportobjekt
Die Kopenhagener Künstlergruppe N55 sieht das Zweirad als Kunst- und Transportobjekt
Foto: N55
Die Kopenhagener Künstlergruppe N55 sieht das Zweirad als Kunst- und Transportobjekt
Foto: N55
Die Kopenhagener Künstlergruppe N55 sieht das Zweirad als Kunst- und Transportobjekt
Foto: N55
Projekt von N 55
Foto: N55

7. Sieh gut aus

Eine der unter urbanen Hipstern derzeit am heftigsten diskutierte Frage: Was ist das coolste Stadtrad? Bei uns ganz vorne landen derzeit die Londoner Kennedy City Bicycles, echte Custom-Bikes zu moderaten Preisen. Ähnlich schick: die Gorilla Bikes von Nino Jäger, dessen Züricher Ladenwerkstatt zu einem absoluten Magneten für Fans moderner Stadträder geworden ist. Wem diese Trendsetter-Bikes immer noch zu wenig aufmerksamkeitsstark sind: Bei Bamboo Bikes in Barcelona gibt es Fixies und Mountainbikes mit Rahmen aus Bambus. Der Vorteil: Sie sind leicht, flexibel und kaum kaputt zu fahren.

Die coolsten Räder für den Stadtverkehr stammen von urbanen Herstellern – etwa von Kennedy City Bicycles
Die coolsten Räder für den Stadtverkehr stammen von urbanen Herstellern – etwa von Kennedy City Bicycles
Foto: Jonathan Cherry

Titelbild: lamono magazine