Müll reduzieren und, wenn möglich, auf Verpackungen verzichten. Klingt nach einer Herausforderung? Der furchtlose Michel Niknafs nimmt sie an und lässt uns an seinen Erlebnissen teilhaben. In der ersten Episode der neuen smart Videoserie „Challenge Accepted“ versucht sich Michel in einem Leben mit weniger Abfall. Das Ergebnis lässt sich – wiegen.

Michel Niknafs ist Unternehmer und Clubbetreiber in Berlin. Ein hektischer und anspruchsvoller Job. Zwischen Terminen ist oft wenig Zeit – Kaffee to go und ein schnelles Sandwich spenden die nötige Energie. Der Nachteil: Es entsteht viel Verpackungsmüll. Selbst Obst und Gemüse im Supermarkt ist oft unnötig verpackt. Europäer produzieren jährlich mehr als 80 Millionen Tonnen Verpackungsmüll. Das entspricht einem Berg so groß wie … ein richtig großer Berg.

Kann man als Großstädter ein Leben mit weniger Müll führen? Michel wagt vor laufenden Kameras den Versuch. Als Host der neuen smart Videoserie testet er, wie es sich anfühlt, wenn man zugunsten eines nachhaltigeren Lifestyles die eigene Komfortzone verlässt. Wie er sich dabei geschlagen hat, seht ihr in unserer ersten Episode von Challenge Accepted:

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Wie auch Michel in seiner Challenge feststellt, entpuppen sich insbeondere die allgegenwärtigen „To-Go“-Angebote, Einwegverpackungen und der Versandhandel als Problemzone. Die zuständige EU-Kommission reagiert aktuell mit strengeren Richtlinien auf die Problematik, doch wie können wir selbst Verpackungsmüll vermeiden? Diese zehn einfachen Tipps sind ein Anfang.

Bring deine eigene Flasche mit

Viel trinken ist wichtig, gerade im Sommer. Aber Mitdenken ebenso: deshalb weg mit den Plastikflaschen für unterwegs. Ganz leicht lässt sich beim Thema Trinkflaschen auf umweltschädliche Verpackungen verzichten. Glasflaschen und Trinkbehälter aus recycelten Materialien beruhigen nicht nur das Gewissen, sondern sehen schöner aus. Außerdem verfälschen sie nicht den Geschmack ihres Inhaltes. Einfach morgens Leitungswasser mit etwas Eis abfüllen, frische Zitronenscheiben oder einen Spritzer Grapefruit dazu und fertig ist der perfekte Begleiter für den Sommer.

Infuser-Flasche mit Wassermelonen
Fruchtgeschmack zum Mitnehmen: Infuser-Flaschen.
Foto: iStock / happy_lark

Nicht immer alles liefern lassen

Pizza, Burger, Sushi oder doch lieber indisch? Egal ob nach einem langen Arbeitstag oder an einem gemütlichen Sonntag auf der Couch – die Auswahl an Lieferservices ist vielerorts äußerst verlockend. Aber seien wir mal ehrlich: Der Müllberg aus Verpackungen, der bei jeder Bestellung mitgeliefert wird, ist nicht notwendig. Selbst kochen macht deutlich mehr Spaß, ist in der Regel gesünder und hilft, Müll zu vermeiden. Wenn die Faulheit oder Zeitknappheit siegt: Burger und Co. im Restaurant vor Ort genießen, meist sind diese ja in der Nähe.

Selbst gemachte Gemüse-Bratlinge
Ran an den Herd – selber kochen statt liefern lassen.
Foto: istock / nata_vkusidey

Klug verpackt und länger haltbar

Beim Kochen bleiben oft Zutaten übrig. Bevor sie weggeschmissen werden, packt man Gurken, Auberginen und Obst gerne in Alufolie und Frischhaltefolie. Doch auch hier besteht noch Optimierungsbedarf: Mit recycelbaren oder wiederverwertbaren Küchenhelfern halten die Produkte teilweise nicht nur länger, sondern helfen auch dabei, Verpackungsmüll zu vermeiden, der nicht oder nur schwer kompostierbar ist. Alternativen gibt es mittlerweile auch in Drogerien und Supermärkten, wie beispielsweise kompostierbare Folie aus Bienenwachs und Baumwolle.

Salat zum Mitnehmen in Glasgefäß
In verschließbaren Dosen halten sich Salate und andere Nahrungsmittels lange frisch.
Foto: 6sept13

Wochenmarkt vs. Supermarkt

Ein Besuch auf dem Wochenmarkt macht nicht nur Spaß, sondern hilft auch der Umwelt. Tomaten, Karotten, Blaubeeren … ohne die im Supermarkt oft üblichen Einwegverpackungen. Noch dazu oft regional und saisonal angebaut. Zusätzliches Plus: Auf dem Markt bekommt man häufig noch ein paar Äpfel oder Aprikosen zum Probieren geschenkt. Wo ist der nächste Wochenmarkt in deiner Nähe?

Kiste gefüllt mit frischem Gemüse
Frisches vom Wochenmarkt – ganz ohne Verpackungsmüll.
Foto: iStock / valentinrussanov

Picknick deluxe

Für das bevorstehende Picknick mit Grillen im Park werden oft Einwegbesteck und Pappbecher für Getränke besorgt. Wenn man sich dann noch zusätzlich mit Strohhalmen eindeckt, ist jede Menge Müll vorprogrammiert. Alles nicht notwendig, wenn man mitdenkt. Der Handel bietet mittlerweile Strohhalme aus Glas oder Bambus oder gar welche, die essbar sind. Wiederverwendbare Gläser und Edelstahlbesteck hat jeder zu Hause. Sie werten das Dinner im Grünen nebenbei noch auf, ganz ohne Abfall. Tipp: Getränke aus Glasflaschen schmecken oft frischer!

Gedeckte Picknick-Tafel ohne Einweg-Geschirr
Stilvoll: Besteck, Teller und Gläser werten dein Picknick auf.
Foto: iStock / Rawpixel

E-Tickets und Online-Dokumente statt Printing

Vorfreude: Der nächste Konzertbesuch wird geplant oder die Flüge für den lang ersehnten Urlaub stehen an. Das Ausdrucken von Tickets ist allerdings schon lange nicht mehr notwendig. Viel bequemer und handlicher ist es, sich diese online zu speichern oder in einer App auf dem Smartphone bereit zu halten. Im Zuge dessen, auch nicht vergessen: E-Mails müssen in ganz vielen Fällen nicht ausgedruckt werden. Das schont Ressourcen.

Online Ticket auf dem Smartphone
Das Smartphone macht ausgedruckte Tickets überflüssig.
Photo: iStock / baona

Elektronische Geräte offline statt online kaufen

Der online gekaufte USB-Stick kommt per Post an und der Krieg mit den Verpackungen beginnt: für die meisten Produkte, die man im Internet bestellt, werden oft immense Mengen an verschiedensten Verpackungsmaterialien verwendet. Die Hersteller sind damit auf der sicheren Seite, aber beim Käufer türmt sich der nicht wiederverwendbare Verpackungsmüll. Wieso nicht einfach selber ins Geschäft gehen? Das verspricht häufig individuelle Beratung und deutlich weniger Verpackung.

Leere Verpackungen von Elektrogeräten
Elektrogeräte sind besondere Verpackungssünder.
Foto: iStock / Sayan_Moongklang

Finger weg von Einweg

Einwegrasierer und Zahnbürsten werden nicht nur komplett aus Plastik hergestellt, auch die Verpackungen sind meistens nicht recycelbar. Sie gehören damit zu den beliebtesten Verpackungssünden. Ebenso hygienisch und effektiv sind Bambus-Zahnbürsten oder Edelstahlrasierer.

Zahnbürsten aus Bambus
Schonmal eine Bambus-Zahnbürste benutzt?
Foto: iStock / Accessony

Coffee to go – eigenen Becher mitbringen

Oh, doch schon so spät und keine Zeit mehr zu frühstücken? Auf dem Weg zum Büro noch schnell einen heißen Kaffee zum Mitnehmen geholt und schon hat man den ersten Minuspunkt auf dem Verpackungskonto gesammelt. Ein altbekanntes Problem für das es mittlerweile viele Lösungen gibt. Den eigenen Becher dabei zu haben, ist das naheliegendste Patentrezept. In vielen Städten kann man mittlerweile auf die Pfandbecher von Recup zurückgreifen, Kaffee im Büro trinken (am besten ohne Kapseln oder Pads) … Ausrede zwecklos, liebe Koffeinjunkies!

Wiederverwendbarer Becher aus Plastik
Auch einen Becher für Kaffee to go kann man wiederverwenden.
Foto: iStock / Olga Niekrasova

Shampoo und Rasierschaum selbst machen

Deo, Duschgel, Shampoo, Rasiercreme – im Badschrank wimmelt es von unnötigen Verpackungen. Dabei gibt es eine tolle Methode, diese zu reduzieren: DIY-Rezepte. Rasierschaum lässt sich mit etwas Übung aus natürlichen Produkten aus dem Bio-Supermarkt auch selbst herstellen. Dort gibt es übrigens auch eine vielfältige Auswahl an umweltfreundlichen, verpackungsfreien Seifen – für DIY-Muffel. Auf wohlriechende Pflegeprodukte muss also nicht zugunsten der Umwelt verzichtet werden.

Seifen, Naturschwamm und Badeöle in Glasgefäßen
Eine Welt verpackungsfreier Hygieneprodukte wartet auf dich.
Foto: iStock / tashka2000

Wie Michel sich in seiner Challenge geschlagen hat, welche Tips er euch mit auf den Weg geben kann, seht ihr in dem Video oben. Oder checkt unsere erste Folge von Challenge Accepted direkt auf YouTube und abonniert den smart YouTube Kanal für weiteren Herausforderungen von Michel! 

Auf Produktvielfalt muss man in diesen Läden nicht verzichten, auf Verpackungen schon:

Unpackaged
London, England
www.beunpackaged.com

Negozio Leggero
Italien, versch. Städte
ww.negozioleggero.it

Gra de Gràcia
Barcelona, Spanien
www.gradegracia.cat

day by day
Frankreich, versch. Städte
www.daybyday-shop.com

Original Unverpackt
Berlin, Deutschland
www.original-unverpackt.de

Weitere verpackungslose Einkaufsmöglichkeiten findet ihr hier, hier und hier