Straßenkünstler füllen unsere Großstädte mit Leben, sind in einer immer bargeldloseren Gesellschaft aber erste Verlierer. Die für London entwickelte App BuSK hilft ihnen nun, auch digital Münzen zu sammeln und Follower aufzubauen.

Jeder kennt das: Man läuft die Einkaufsstraße entlang, bleibt bei einem Straßenkünstler stehen und stellt dann fest, dass man kein Bargeld zur Hand hat. Mit der neuen App BuSK von The Busking Project ist das nun vorbei. Denn jetzt können Straßenkünstler ihre Fans ganz leicht erreichen, nämlich digital.

Schlechtes Image. Verschärfte Auflagen. Eine bargeldlose Gesellschaft. Für Straßenkünstler weltweit wird es immer schwerer, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Und Nick Broad sieht das als ein großes Problem. Nachdem er 2011 mit zwei Freunden ganze 30 Länder auf 5 Kontinenten bereist hatte, um Straßenkünstler zu filmen und zu interviewen, starteten die drei The Busking Project. Das Ziel? Die jungen Talente der Öffentlichkeit zu präsentieren und die vielen Vorteile der Straßenkunst aufzuzeigen.

„Straßenkünstler holen uns wieder zurück in die Welt, in der wir leben“

„Straßenkünstler machen unsere Städte menschlicher“, argumentiert Broad. „Wir alle leben doch permanent in einer Blase – beim Shoppen, zu Hause, auf der Arbeit, in der U-Bahn. Doch Straßenkünstler bringen diese Anonymitäts-Blase zum Platzen und holen uns wieder zurück in die Welt, in der wir leben. Allein der Gesichtsausdruck von Kindern, wenn sie etwas Unglaubliches sehen. Das schaffen Straßenkünstler.“

Im Dezember 2015 brachte The Busking Project die soziale App BuSK auf den Markt. Damit lassen sich Live-Musiker und andere Straßenkünstler in der Nähe ganz leicht finden. Außerdem kann man mit der App schnell und bargeldlos Hutgeld überweisen. Und wenn einem die Performance richtig gut gefallen hat, kann man dem entsprechenden Straßenkünstler folgen und bleibt so immer auf dem Laufenden. Viel wichtiger aber: die App sammelt Daten und Fakten über die Arbeit von Straßenkünstlern und hebt die positiven Aspekte der Straßenkunst im urbanen Umfeld hervor.

Busk app auf dem Iphone
Die App BuSK hilft Straßenmusiker zu finden und bargeldlos Hutgeld zu überweisen.
Foto: Busk

Straßenkünstler heben die Stimmung

Jeder Zuschauer wird es bezeugen können: Straßenkünstler füllen die immer steriler werdenden Großstädte mit Leben und heben die Stimmung. Broad hofft, dass er auch die städtischen Behörden davon überzeugen kann, dass Straßenkünstler keine Bettler sind. Ganz im Gegenteil: Sie sind professionelle Künstler, die auch für die Städte einen finanziellen Vorteil bieten. „Das ist zwar keine romantische Sichtweise, aber wenn man einmal verstanden hat, dass Straßenkünstler ein Publikumsmagnet für Touristen sind, dann wird auch die Stadtverwaltung sie bald unterstützen“, sagt Broad voraus.

BuSK deckt bislang nur London ab, aber die App kann auch von Straßenkünstlern und Interessierten in den Vereinigten Staaten, Kanada, Australien und in ganz Europa genutzt werden. Noch in diesem Jahr soll sie auf weitere Länder ausgeweitet werden, aber über weitere Pläne wird noch geschwiegen. „Android steht auf der Agenda“, verrät Broad und fügt noch hinzu: „Genauso wie noch ein paar andere großartige, aber noch geheime Funktionen!“

Busk App Breakdancers Stroget Copenhagen
BuSK wurde 2015 ins Leben gerufen.
Foto: Busk

Weitere Infos über The Busking Project gibt es auf ihrer Website, auf Facebook und auf Twitter.