Maayan Ziv hat die Erfahrung gemacht, dass die kleineren Flächen zwischen Straße und Eingangstüren von der Stadtplanung generell vernachlässigt werden: Oft stellen sie, nicht nur für Menschen mit Behinderung, eine Herausforderung dar. Um Informationen zur Barrierefreiheit in öffentlichen Räumen zu sammeln und so einen Wandel in der Stadtentwicklung anzustoßen, gründete sie die Webplattform AccessNow.

Schnelle U-Bahnen, Fahrgemeinschaftsspuren und ein bedarfsgesteuertes Ampelsystem sind unentbehrlich für hochmobile Städte; und Apps wie Yelp und Google Maps helfen den Nutzern, sich in ihnen zurechtzufinden. Aus einer ganz persönlichen Perspektive heraus kann Mobilität jedoch die Frage bedeuten, ob anstelle einer Treppe eine Rampe ins Lieblingscafé führt. Bis vor Kurzem waren barrierefreie Orte für Menschen mit Behinderungen schwierig zu lokalisieren. Ein Umstand, der Maayan Ziv zur Gründung von AccessNow inspirierte.

Mobilität trifft auf Barrierefreiheit

„Für jemanden, der einen Rollstuhl braucht, war es schon immer eine schwierige Unternehmung, barrierefreie Orte überhaupt ausfindig zu machen“, erklärt Ziv. Frustriert davon, an manchen Orten wieder nur Stufen am Eingang vorzufinden, erkannte sie das Potenzial eines Informationsaustauschs zum Thema Barrierefreiheit. Das brachte sie auf eine einfache aber brilliante Idee: Eine Webplattform, die Millionen Menschen auf der ganzen Welt nutzen können, um Informationen zu barrierefreien Orten in ihren Städten zu sammeln und darzustellen.

AccessNow Überblick Toronto
AccessNow sammelt Informationen über die Barrierefreiheit von öffentlichen Räumen.

Ohne Probleme in den Club und wieder nach Hause

Will eine Stadt als mobil gelten, muss sie mehrere Voraussetzungen aufweisen – von Fußgängerfreundlichkeit über niedrige Verkehrsbelastung bis hin zu effizientem öffentlichem Nahverkehr. Das gilt auch für die Barrierefreiheit auf AccessNow. „Anstatt eine Einheitsbewertung bezüglich der Barrierefreiheit zu erhalten, werden Orte anhand ihrer jeweiligen Zugangsmöglichkeiten getaggt – wie behindertengerechte Toiletten, Rampe, Aufzug, Blindenschrift oder Geräumigkeit.“ Die Idee dahinter: Informationen so zur Verfügung zu stellen, dass jeder Mensch für sich erkennen kann, ob der gewünschte Ort für einen zugänglich ist. Für Ziv und weitere Nutzer von AccessNow bedeutet ‚zugänglich‘: „Wir können rein, feiern, und dann problemlos nach Hause.“

AccessNow Weltkarte
AccessNow hat bereits in 120 Städten weltweit seine Stecknadeln gesetzt.

Nutzergenerierter Wandel

Ziv hat nicht nur ein Mittel zum Zweck hervorgebracht, sondern nutzt die Plattform weiterhin, um sich für Barrierefreiheit einzusetzen. Sowohl Stadtentwickler als auch Menschen, die sich mit dem Thema Barrierefreiheit beschäftigen, sind ausdrücklich aufgefordert, mit den Daten von AccessNow zu arbeiten und damit für mehr Barrierefreiheit in den Städten zu sorgen. „Echte Barrierefreiheit bedeutet nichts weiter als gutes Design und Dienst am Kunden – zum Vorteil aller. Designer, Planer, Bauunternehmer und Kreative sollten Barrierefreiheit bereits in die erste Planung miteinbeziehen.“

Der Erfolg von AccessNow ist unverkennbar. Seit ihren Anfängen hat sich die Plattform rasant in 180 Städten auf der ganzen Welt ausgebreitet, mit virtuellen Stecknadeln in Kanada, den USA, Australien, Mexiko, in Teilen von Europa, Südafrika und weiteren Ländern. Eine passende App wird gerade entwickelt.

„Ob du ein Mensch mit Behinderung bist oder nicht, an irgendeinem Punkt deines Lebens wirst du Barrierefreiheit brauchen“, appelliert Ziv. „Ich lade jeden ein, sich unserer Community anzuschließen. Zusammen können wir eine Welt erschaffen, in der jeder barrierefreien Zugang hat – und zwar jetzt. Fang heute an und setz‘ deinen ersten Pin auf die Karte!“

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